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Hannover Hannover: Trickdieb muss ins Gefängnis
Hannover Hannover: Trickdieb muss ins Gefängnis
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00:17 27.07.2017
   Quelle: dpa
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HANNOVER

Entweder frage er mit einem Komplizen Senioren nach dem Weg, oder ob sie Geld wechseln konnten. Das älteste Opfer des Diebes-Duos war 93 Jahre alt. Jetzt muss er wieder ins Gefängnis. Er ist ein Reisender in Sachen Verbrechen: Am 9. Dezember 2016 wurde Christian R. (44) aus der Haft entlassen. Er hatte neun Monate wegen gewerbsmäßigen Trickbetruges gesessen.

Das Weihnachtsfest verbrachte er bei seiner Frau und den drei Kindern in Rumänien. Doch so ein Fest ist teuer. Also kehrte er im Februar 2017 wieder nach Hannover zurück.

Vom 13. Februar bis 23. März war er mit einem Komplizen (36) im Stadtgebiet unterwegs. Die Masche ist ebenso einfach wie perfide. Am 23. Februar sprachen die beiden Männer einen 78-Jährigen auf dem Mühlenberger Markt an. Sie fragten, ob der Senior ihnen Geld wechseln könne. Dabei verwickelten die Trickbetrüger ihr Opfer in ein Gespräch, boten ihre Hilfe beim Geldwechseln an. Am Ende fehlten dem 78-Jährigen 500 Euro.

Der Angeklagte legte am Montag ein Geständnis ab. „Es ist besonders unverschämt, dass Sie so weitermachen wie bisher“, sagte Amtsrichter Michael Siegfried. Und vor allem sei es verwerflich, dass sich der Angeklagte sehr betagte Opfer suche. Der Richter verurteile den Angeklagten zu 18 Monaten Haft.

Die Masche der Trickbetrüger zeigt nur wenige Variationen. Am 23. März sprachen die Gauner eine 93-Jährige Frau in der Schweriner Straße (Kleefeld) an. Sie fragten die Frau nach dem Weg. Dabei hielten sie den Stadtplan über ihren Rollator. Die Frau konnte nicht erkennen, dass ihre Geldbörse gestohlen wurde. Beute: zehn Euro.

Am selben Tag hatte der Angeklagte eine 76-Jährige in der Lutherstraße (Südstadt) als ihr Opfer auserkoren. Er fragte, ob sie Geld wechseln könne. „Die Frau fühlte sich so bedrängt von den Männern, dass sie um Hilfe rief“, so Gerichtssprecher Jens Buck. Zufälligerweise war eine Polizeistreife in der Nähe. Sie konnten Christian R. festnehmen. Seit Ende März saß er in Untersuchungshaft. Sein Komplize sei noch auf der Flucht, so Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Christian R. weist bereits zehn Vorstrafen, die meisten davon einschlägig. Allzu sehr scheint ihn die Verurteilung gestern nicht erschreckt zu haben. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von THOMAS NAGEL

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