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MODERN: Digitalbildschirm vom E-Golf.

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© Wilde

Advertorial

E-Autos bleiben vorerst Ladenhüter

Kaum Angebote, kaum Werbung: Die Hersteller sind noch etwas gehemmt. Gerade einmal 455 E-Autos gibt es bislang auf Hannovers Straßen.

Hannover. Das Förderprogramm für E-Autos läuft schleppend, die Neuzulassungszahlen tröpfeln, der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt nicht so recht in Fahrt. Bisher ist der Durchbruch der strombetriebenen Mobilität ausgeblieben.

Trotz drohender CO2-Strafzahlungen wirken die Hersteller noch immer so gehemmt wie ihre potenzielle Kundschaft: Werbung für Elektroautos machen sie kaum, attraktive Sonder-Aktionen gibt es wenig. Wohl auch, weil man die Zeit für den wahren E-Auto-Boom noch nicht gekommen sieht.

Immerhin legten die Neuzulassungen von E-Autos im ersten Quartal 2017 um fast ein Viertel zu. Deutschland landete mit 5060 Einheiten innerhalb der Europäischen Union auf Rang zwei, gegenüber dem ersten Quartal 2016 gab es einen Zuwachs um 117 Prozent. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn in der EU rund 4,14 Millionen Neuwagen zugelassen. Der Marktanteil von E-Autos beträgt demnach knapp 0,6 Prozent.

In Hannover gab es mit Stichtag 1.Januar 455 E-Autos – im Vergleich zu Diesel und Benziner ein sehr kleiner Anteil am Fahrzeugmarkt in der Landeshauptstadt. Gut 377 000 Benziner und gut 177 000 Diesel-Autos waren beim Kraftfahrtbundesamt gemeldet.

Ein spürbarer Effekt der Kaufprämie, auf die sich Industrie und Politik im vergangenen Sommer geeinigt hatten, blieb bislang aus. 4000 Euro gibt es für ein E-Mobil, 3000 Euro für einen Plug-in-Hybriden. Bund und Wirtschaft teilen sich die Kosten. Ein großes Aufbäumen seitens der Industrie ist aktuell nicht zu erkennen. Werbung für aktuelle Modelle – eigentlich klassisches Mittel zum Ankurbeln des Absatzes – findet nur wenig statt.

Wie es aussieht, wird auch 2017 noch nicht das Jahr des E-Autos. Mit dem Opel Ampera-e, den Elektroversionen von Smart Fortwo und Forfour sowie dem verbesserten E-Golf könnte es aber zumindest einen leichten Aufschwung bei den Neuzulassungszahlen geben. Ob das für die von der Bundesregierung ausgerufene Quote von einer Million E-Mobilen bis 2020 reicht, ist aber nach aktuellem Stand unwahrscheinlich.

Von Holger Holzer