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GOLF-FAN: Michael Stopp fährt im Alltag einen benzinbetriebenen Golf (links). Eine Woche lang hat der Gehrdener für die Neue Presse den E-Golf (rechts) getestet.

GOLF-FAN: Michael Stopp fährt im Alltag einen benzinbetriebenen Golf. Eine Woche lang hat der Gehrdener für die Neue Presse die E-Variante getestet.
 © Fotos: Wilde

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E-Auto: Neue Technik mit Schönheitsfehler

Der E-Golf überzeugt beim Fahrspaß, hat aber Mängel bei der Reichweite. Ein Problem sind fehlende Ladestationen und der hohe Kaufpreis, findet NP-Tester Michael Stopp.

HANNOVER.  Autofahren ist eine emotionale Angelegenheit. Keine Frage. Und es müssen nicht immer 370 PS sein, um Fahrfreude zu vermitteln. Manchmal genügt einfach ein E-Auto. Eines aus der Mittelklasse. „Ich gleite mehr über die Straße. Es ist ein komfortables Fahren. Es gibt keinen rauen Motor. Nur der Straßenbelag als Geräusch ist zu hören. Sehr angenehm“, sagt Michael Stopp.

Der 52-Jährige aus Gehrden hat für die NP eine Woche lang den E-Golf von VW getestet und gibt ihn am Sonnabend zurück. Oder sollten wir besser schreiben MUSS ihn zurückgeben? „Ich war mir mit meiner Frau einig, dass wir den E-Golf gerne länger gefahren wären“, sagt der IT-Projektleiter bei dem Versicherer Thalanx in Hannover.

Um die Alltagstauglichkeit und die Nutzbarkeit des E-Autos, darum ging es bei dem Test. „Beides ist für mich gegeben“, sagt Michael Stopp, der den E-Golf vor allem für seinen Arbeitsweg von Gehrden nach Hannover und zurück genutzt hat, also rund 60 Kilometer am Tag. Ist der E-Golf für ihn das Auto der Zukunft? „Kann ich mir vorstellen, ja. Allerdings gibt es da noch Haken.“

Der Familienvater zählt auf: „Der Wagen ist mir zu teuer, die begrenzte Reichweite hat mich in meinen Fahrzielen eingeschränkt, und das schlechte Netz an Aufladestationen grenzt die Nutzbarkeit für mich deutlich ein.“

Auch die lange Ladezeit sei im Vergleich zum Benziner eher ein Nachteil: „Beim Benziner fahre ich an irgendeine Tankstelle und fahre nach etwa 15 Minuten vollgetankt weiter. Beim E-Auto dauerte der Ladevorgang Stunden“, sagt Michael Stopp.

Mit einer sogenannten Powerleitung könne man das E-Auto in 40 Minuten zwar auf 80 Prozent aufladen. Allerdings käme man bei einer Gesamtlaufleistung mit vollem Akku beim getesteten E-Golf von knapp 300 Kilometer auf dann etwa 240 Kilometer – zu wenig, findet unser Tester. „Aus diesem Grund haben wir unseren geplanten Nordsee-Ausflug abgesagt. Es war uns zu unsicher, ob wir am gleichen Tag wieder zurückkommen“, schildert der 52-Jährige seine Empfindungen in Sachen Laufleistung.

Kein Ausschlusskriterium ist für den Gehrdener hingegen der Kofferraum, der im Vergleich zum Benziner-Golf etwas flacher ist – weil unter dem Laderaum die Akkus sitzen. Einen prall gefüllten Sack Fußbälle für das Training des Sohnes oder den Familieneinkauf – beides habe er gut verstauen können.

Bleibt noch der Preis. Die 4000 Euro Prämie vom Staat für den Neukauf eines E-Autos sei für ihn kein wirklicher Anreiz: „Unterm Strich bleibt für uns der E-Golf noch zu teuer.“ Das Thema sei für ihn deswegen aber nicht erledigt. „Wir warten und schauen, wie sich der Markt entwickelt“, sagt Michael Stopp.

Von Andreas Voigt