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DISKUSSION (von links): Bernhard Klockow (FDP), Bürgermeister Marc Lahmann, Gerald Schrothund Karl-Heinz Neddermeier (alle CDU) im Gespräch mit NP-Redakteur Andreas Krasselt.

DISKUSSION (von links): Bernhard Klockow (FDP), Bürgermeister Marc Lahmann, Gerald Schroth und Karl-Heinz Neddermeier (alle CDU) im Gespräch mit NP-Redakteur Andreas Krasselt.© Nigel Treblin

NP-Brennpunkt

Kaum jemand will Flüchtlinge haben

Nein, gegen Flüchtlinge habe man ja nichts. Nur in der Nachbarschaft will man sie auch in Barsinghausen nicht so gerne haben.

Barsinghausen. Das sei zwar nicht der Grund für die Auswahl des neuen Standorts am Spielplatz „Klein Basche“, betont Bürgermeister Marc Lahmann. Aber es trifft sich gut, dass es dort keine unmittelbaren Nachbarn gibt.

Das NP-Brennpunkt-Team steht Am Thie in der Barsinghäuser Fußgängerzone. Wir diskutieren mit Politikern und Passanten. „Flüchtlingsheime hat es schon immer gegeben und muss es auch in Zukunft geben“, sagt Rentner Paul Franke. Aber: „So viele Menschen auf einem Haufen, das ist immer gefährlich.“

 

Die Zeit drängt, die Stadt muss bis zum Herbst Platz für 65 Flüchtlinge schaffen. „Mit ihrer Forderung nach dezentraler Unterbringung hat die rot-grüne Ratsmehrheit das Verfahren weiter verzögert“, schimpft FDP-Ratsherr Bernhard Klockow. Die Anmietung einzelner Wohnungen gebe der Wohnungsmarkt nicht her. „Nicht auf einmal, das geht nur nach und nach.“

Zwei Standortvorschläge für ein Heim waren auf starke Widerstände gestoßen. Einmal wehrte sich die Feuerwehr gegen eine mögliche Behinderung ihrer Fahrzeuge. „Und an der Wilhelm-Heß-Straße ist die Bebauung so schon zu dicht“, zeigt der örtliche CDU-Chef Gerald Schroth Verständnis.

Rentner Rolf Otte hält gar nichts von einem weiteren Flüchtlingsheim: „Wir haben hier genügend andere Probleme, die in Angriff genommen werden sollten.“ Seine Frau sieht das anders: „Ich fühle mit den Migranten. Das sind Menschen wie du und ich.“ Anja Dillbaum engagiert sich ehrenamtlich für Ausländer: „Es ist eine Schande, dass das Flüchtlingsheim auf der Grünen Wiese gebaut werden soll. Diese Menschen gehören mitten in die Gesellschaft.“

Der neue Standort sei nicht völlig am Rand, betont Vize-Bürgermeister Karl-Heinz Neddermeier, der selbst nur 300 Meter davon entfernt wohnt. „In der Nähe gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten und eine Bushaltestelle.“ Auch der Spielplatz sei für Flüchtlingsfamilien doch eine gute Sache. Wieviele Mütter gegen diesen Standort protestieren werden, muss sich zeigen. Allen kann man es nie recht machen, weiß auch Bürgermeister Lahmann. „Es gibt immer Befürchtungen, die aber durch Statistiken nicht belegt werden“, sagt er. Die Erfahrung werde die Situation entspannen.

Britta Lüers, Andreas Krasselt


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