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NP-Brennpunkt

Angst vor dem Feuerteufel in Uetze

Schon wieder brennen Strohballen! In der Nacht zu Sonnabend haben Unbekannte gleich knapp 200 Ballen auf einem Feld bei Altmerdingsen (Uetze) angezündet. Ungefähr 170 waren nicht mehr durch die Feuerwehr zu retten. Die Brandbekämpfer hatten ab 2.20 Uhr stundenlang gegen die Flammen gekämpft.

Altmerdingssen. Ein Taxi-Fahrgast hatte die Flammen von der K 126 aus gesehen. Er rief die Feuerwehr. Später kamen die Besitzer Brigitte (52) und Christoph Fricke (54) dazu. Auch gestern waren sie noch fassungslos. „Ich weiß nicht, was in solchen Leuten vorgeht“, sagt Brigitte Fricke: „Ist das Langeweile? Man beschädigt einfach das Eigentum von anderen.“

Dabei hatte das Ehepaar vorgesorgt, seit im letzten Jahr eine Brandstifterbande bei Lehrte gezündelt hatte. Die Ballen lagen abseits von asphaltierten Wegen. Zur Tarnung hatten die beiden ein grünes Vlies gespannt. Wussten der oder die Täter also genau, wo sie zünden können? „Die Vermutung liegt nahe“, sagt Fricke.

Unklar ist, wer die Strohballen angezündet hat. War es ein blöder Jungenstreich? Oder ist ein Pyromane unterwegs?

Darauf deutet einiges hin. Denn es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage. Am Donnerstagmorgen wurde ein Heulager im Nachbarort Hänigsen angezündet. Dabei wurde auch ein Pferdeunterstand zerstört – 25 000 Euro Schaden. Eine Nacht später brannten erneut Heuballen in dem Dorf. „Ich finde es heftig, dass das so geballt ist“, sagt Fricke.

Als dann in Altmerdingsen die Ballen brannten, zündelten Brandstifter auch wieder in Hänigsen. Sie steckten zwei Heuballen an, die schon am Freitag gebrannt hatten. Ein Hochsitz wurde dabei beschädigt.

Nun fragen sich viele nicht nur in den beiden Uetzer Ortsteilen: Ist hier derselbe Serientäter unterwegs? Die Polizei prüft Zusammenhänge zwischen den Taten.

Die NP sprach mit Uetzes Gemeindebrandmeister Tobias Jacob (37).

Vier Einsätze in vier Nächten. Wie belastend ist das für die Feuerwehr?
Das ist sehr belastend. Die Taten geschahen zur ungünstigsten Uhrzeit, zwischen 1.15 und 2.30 Uhr. Das ist vor allem für die Kameraden, die am nächsten Tag zur Arbeit müssen, ein Problem. Im Jahr haben wir in Hänigsen ungefähr 40 Einsätze. Dieses Jahr war im Allgemeinen bereits recht unruhig. Die vier Einsätze jetzt liegen in der normalen Differenz, aber sie waren sehr geballt.

Wie schwierig sind diese Einsätze?
Das ist völlig unterschiedlich. Das Feuer im Pferdeunterstand in Hänigsen war sehr ortsnah. Da mussten wir schnell was tun, um die Ausbreitung zu verhindern. Die anderen Einsätze waren auf der freien Fläche. Da mussten wir nur einen naheliegenden Wald schützen. Meistens kann man die Ballen eh nicht mehr retten. Wir lassen sie kontrolliert abbrennen. Die größte Schwierigkeit ist, die Wasserversorgung aufzubauen. Beim Einsatz in Altmerdingsen hatten wir Glück. Wir konnten auf Tiefenpumpen der Landwirte zurückgreifen.

Wie gehen Sie bei den Bränden genau vor?
Der Erstangriff dient dem Schutz ringsrum. Je nach Zugänglichkeit ziehen wir die Ballen dann mit einem Trecker auseinander. In der Fläche lassen sie sich schneller löschen als ein stehender Brand. Das Stroh ist ja gepresst. So ein Ballen würde über Tage glimmen.

Wie groß ist die Angst vor weiteren Taten?
Die Landwirte sind besorgt. Für die ist das teilweise die Jahresration Futter für die Tiere. Da gibt es eine große Diskussion. Sie fürchten sich: Hoffentlich trifft es mich nicht. Die Brände verursachen einen Schaden, der gering aussieht, aber die, die das Heu nutzen, erkennen, wie groß er wirklich ist. Das sind die Landwirte und Pferdebesitzer.

Können die sich denn schützen oder vorsorgen?
Das ist komplett schwierig. Da kann man eigentlich nichts machen. Wenn man das Stroh zum Beispiel nass machen würde, wäre das wie vernichten.

Sind die Taten ein Dumme-Jungen-Streich? Oder was steckt dahinter?
Darüber werde ich nicht spekulieren.


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