Die Polizei stürmte sein Haus: Andreas Worm wurde verdächtigt, mit Waffen zu handeln. In seinem Haus in der Wedemark fanden die Beamten lediglich ungefährliche Dekowaffen. Familienhund „Carlo“ wurde bei dem Einsatz erschossen.
Wedemark. „Die Sache muss aufgeklärt werden. In den vergangenen Monaten ist es in Niedersachsen wiederholt zu SEK-Einsätzen gekommen, die offenbar nicht gerechtfertigt waren“, sagte Janssen-Kucz, die Mitglied des Innenausschusses ist.
Der Fall in der Wedemark war jetzt von der betroffenen Familie öffentlich gemacht worden. Im Juli 2011 waren vermummte und bewaffnete Beamte ohne Vorwarnung in das Haus des 56-jährigen Bauleiters Andreas Worm eingedrungen. Die Polizei hatte einen Hinweis erhalten, dass Worm mit Kriegswaffen handele und mit Drogen zu tun habe. Die Durchsuchung, bei der die SEK-Beamten die Tür eintraten und den Hund der Hausbewohner erschossen, fand auf richterliche Anordnung statt. Verbotene Gegenstände fanden die Beamten nicht, Worm sammelt jedoch sogenannte Dekowaffen. Inzwischen ist das Verfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffengesetz eingestellt worden.
Worms Angaben zufolge leidet seine Familie noch immer unter den Folgen der Polizeiaktion. Neben der Ehefrau waren auch die zwei und vier Jahre alten Kinder in dem Haus gewesen. Die Polizei sagt, der Bauleiter aus Meitze sei wiederholt auffällig geworden. Deshalb habe man entschieden, das SEK einzubinden. Staatsanwältin Irene Silinger bestätigte, dass in der Vergangenheit bereits gegen den Mann ermittelt wurde. „Zu einer Verurteilung ist es nie gekommen. Es ist nicht angemessen, den Mann zu kriminalisieren“, sagte die Oberstaatsanwältin.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Während der Durchsuchung hatte ein Drogenspürhund tatsächlich angeschlagen. Drogen fanden die Beamten nicht, eine Feinwaage, wie sie häufig genutzt wird, um Drogen abzuwiegen, hingegen schon. Auch Spuren von Drogen wurden nicht entdeckt.
Die hannoversche Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner (SPD), ebenfalls Mitglied im Innenausschuss, verteidigte am Dienstag das Vorgehen der Polizei. „Wenn nur der geringste Verdacht besteht, dass jemand mit verbotenen Waffen zu tun hat, muss die Polizei konsequent handeln.“
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