Frauke Murath (links), hier mit ihrer Stellvertreterin Renate Haste, hat nach 15 Jahren Engagement für Krähenwinkel ihre wichtigsten Ziele nicht erreicht.
„Mein Scheitern werde ich eingestehen. Solange die Politik nicht für uns da ist, stehen wir auf verlorenem Posten.“ Frauke Murath ließ es am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus an deutlichen Worten nicht fehlen. Und auch aus ihrer persönlichen Enttäuschung nach 15 Jahren Kampf gegen Fluglärm machte sie keinen Hehl.
Trauriger Schlusspunkt sei für sie ein Treffen mit der CDU-Fraktion im Ortsrat am Montag gewesen. „Die wissen überhaupt nicht, was hier passiert“, berichtete Murath. Nach persönlichen Anfeindungen habe sie zum ersten Mal in ihrem Leben eine Sitzung vorzeitig verlassen.
Murath hatte sich am Mittwoch mit dem gesamten Vorstand „aus gesundheitlichen wie persönlichen Gründen“ nicht erneut zur turnusgemäßen Wahl gestellt. Weil sich jedoch niemand anderes dafür aufstellen lassen wollte, wird die Bürgerinitiative nun voraussichtlich Ende Mai zu einer Mitgliederversammlung einladen, deren einziges Ziel die Auflösung des Vereines sein wird. Um die Belange der Krähenwinkeler in Sachen Fluglärm weiter zu unterstützen, stehen nun zwei Modelle zur Debatte: Zum einen wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative Garbsen und Umgebung (Bigum) beitreten. Zum anderen zeigten einige Bürger großes Interesse, eine freie Wählergemeinschaft zu gründen, um gegen die gesamten Lärmbelastungen der Stadt auch durch den Straßen- und Schienenverkehr vorzugehen.
Bürgermeister Friedhelm Fischer (SPD) äußerte gestern auf Nachfrage Verständnis für die Enttäuschung der Bürger. Sei doch ihr großes Ziel, die Nachtflüge zu unterbinden, nicht erreicht worden. Er wies jedoch den Vorwurf zurück, die Politik habe die Bürger alleine gelassen. „Wir haben sehr wohl Stellung bezogen zu den Themen der Bürgerinitiative. Doch das Land entscheidet, nicht die Stadt. Diesen Schuh ziehen wir uns nicht an.“
Der Flughafen wollte den Auflösungsbeschluss der Bürgerinitiative gestern nicht bewerten. Grundsätzlich aber liege ihm, so Sprecher Söhnke Jacobsen, viel am Fortbestehen eines differenzierten Dialoges mit der Bevölkerung.
Krähenwinkels Ortsbürgermeister Klaus-Konrad Behrens (CDU) zeigte großes Bedauern über den Verlauf des Treffens am Montag. Er sprach auf Nachfrage von einem unabsichtlichen Eskalieren. Muraths Verdienste seien unbestritten: „Eines steht fest: Die Fenster, wie wir sie vom Flughafen bekommen haben, hätte es in diesem Maße ohne Frau Murath nie gegeben.“
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