Erneut gibt es eine Bürgerbefragung für ein neues Schwimmbad in Langenhagen.
Langenhagen. Das Alleinstellungsmerkmal in Sachen Methodik ist, dass die Bürger die Grundsatzfrage, ob die Stadt nämlich überhaupt ein Bad bauen soll, gleichzeitig mit Ja und Nein beantworten dürfen. „Das ist ein Schildbürgerstreich der Verwaltung“, sagt Marc Köhler, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Rathaussprecher Roman Sickau dagegen erklärt, es handele sich um ein Missverständnis.
Badbau zu Langenhagen gestaltet sich insgesamt ähnlich schwierig wie Turmbau zu Babel. Einst besaß die Stadt zwei Bäder. Das Hallen- und Freibad im Ortsteil Godshorn existiert noch, während das Hallenbad in der Stadtmitte abgerissen wurde. Es sollte durch ein mindestens 20 Millionen Euro teures Freizeit- und Wellnessbad ersetzt werden. Dieses Vorhaben scheiterte vor sechs Jahren an einem Bürgerbegehren und an einem Ratsbeschluss, in dem die Baupläne kassiert wurden.
So ganz erloschen ist der Wunsch nach einem neuen Bad aber nie. SPD und Grüne wollten jedoch vor einem Ratsbeschluss die Bürger konsultieren. Die können neben der Grundsatzfrage zu Ja oder Nein auch darüber befinden, ob das Bad in der Stadtmitte oder in Godshorn gebaut werden und ob es sich erneut um ein Freizeit- und Wellnessbad oder um ein Sportbad handeln soll.
Wie es dazu kam, dass die Einwohner nun bei allen drei Fragen jeweils beide Varianten ankreuzen und damit bis zu sechs Kreuze machen können (aber nicht müssen), bleibt unklar. Tatsache ist, dass die Verwaltung um Bürgermeister Friedhelm Fischer (SPD) nur die Grundsatzfrage stellen, Rot-Grün aber mehr ins Detail gehen wollte. Bei den Feinabstimmungen muss man dann aneinandervorbeigeredet haben.
Dirk Musfeldt, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erwartet bei der bis Monatsende laufenden Abstimmung trotzdem ein brauchbares Ergebnis: „Wer klare Vorstellungen hat, macht nicht sechs Kreuze. Und wer sechs Kreuze macht, signalisiert Enthaltung.“ Immerhin scheint der exklusive Modus die Langenhagener nicht vom Abstimmen abzuhalten: Bis gestern waren nach Angaben von Sickau 7700 Stimmzettel eingegangen.
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