Hendrik Hoppenstedt
Eine Broschüre zur näheren Erläuterung des Mahnmals für Außenstehende: Dieses vereinbarte Vorhaben ist der einzige greifbare Erfolg des Treffens von DIG und Hendrik Hoppenstedt. Und: Den zuvor erhobenen Vorwurf, Burgwedels Bemühen um das Mahnmal für zivile und militärische Opfer der Jahre 1933 bis 1945 sei "ein rückwärtsgewandter Spuk", hat die DIG in einer neuen Pressemitteilung jetzt zurückgenommen. Nach Informationen der Nordhannoverschen hat es im Vorstand des Verbandes mächtig geknirscht.
Zur Nennung von fünf Angehörigen der Waffen-SS auf dem Mahnmal, das am 15. November auf dem Großburgwedeler Friedhof enthüllt werden soll, bleibt die DIG jedoch bei ihrer Kritik, die auch das Simon Wiesenthal Center in dieser Woche vertreten hatte: Die Nennung sei unangemessen, weil nicht bewiesen sei, dass die SS-Männer an den Verbrechen ihrer Organisation unbeteiligt waren. Auch dass dreier Sinti-Kinder und zweier über Großburgwedel abgeschossener britischer Piloten nicht gedacht werde, wird von der DIG kritisiert. Zudem fehlten erklärende Zwischenüberschriften.
Hoppenstedt hat seinen Kommentar auf der Stadt-Homepage veröffentlicht: Er begrüße es, "dass die Deutsch-Israelische Gesellschaft nunmehr zur Auffassung gelangt ist, dass die Stadt in dem Prozess um die Errichtung des Mahnmals in angemessener Art und Weise vorgegangen ist, um die Geschehnisse der NS-Zeit aufzuarbeiten". Die per Pressemitteilung erhobene Forderung des Wiesenthal Centers, das Mahnmal zu überdenken, sei bislang nicht direkt an die Stadt gerichtet worden, sagte Hoppenstedt auf Anfrage. Auf zahlreichen jüdischen Internetplattformen in Amerika findet sich ein Artikel des Journalisten Toby Axelrod unter der Überschrift: Neues deutsches Mahnmal ehrt Nazis und ignoriert Juden. Gemeint ist Großburgwedel.
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