Ortsbürgermeister Otto Bahlo hat mittlerweile – unabhängig von den übrigen Unterlagen für den Ortsrat – drei Aktenordner zum Thema Mahnmal prall gefüllt.
Das vorhandene Denkmal mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten sollte nach einem im März 2007 gegen die Stimmen der SPD gefassten Beschluss des Ortsrates Großburgwedel um die im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Soldaten erweitert werden. Bahlo selbst hatte den Antrag eingebracht, nachdem ihn Bürger angesprochen hatten. „Viele haben sich beklagt, dass es im ganzen Umland Denkmäler gebe und nur die reiche Stadt Burgwedel nichts übrig habe.“ In Großburgwedel gebe es kaum einen Bauernhof, von dem nicht wenigstens ein Sohn gefallen sei.
Mittlerweile füllen die Unterlagen zum Mahnmal drei Aktenordner. Immer mehr Details kamen zusammen, neben den militärischen und zivilen Opfern wurden auch Menschen für gedenkwürdig befunden, an die zunächst niemand gedacht hatte, wie etwa die 20 ums Leben gekommenen Säuglinge von polnischen Zwangsarbeiterinnen. Der Ortsrat gründete eine Arbeitsgruppe, schaltete den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ebenso ein wie die Kirchen und das Gymnasium.
Schließlich wurde im März 2009 eine mit dem Tor der Erinnerung für die Soldaten und das Haus der Erinnerung für die zivilen Opfer eine Lösung gefunden. „Wir sind blauäugig an die Sache herangegangen, haben alle als Opfer gesehen und nicht mehr nach Opfern und Tätern unterschieden.“ Die Kommunalpolitiker hätten viel Zeit auf das Mahnmal verwendet: Ohne Ortsratssitzungen habe es 36 weitere Sitzungen zu diesem Thema gegeben. Auch die Recherche sei umfangreich gewesen. So seien etwa alle Soldaten von unterschiedlichen Stellen dreimal auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht worden.
Jetzt soll ein Historiker bei einem neuen Anlauf helfen.
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