Die Gesamtschul-Initiative Wunstorf (GIW) übt scharfe Kritik, weil Verhandlungen und Planungen für eine mögliche Trägerschaft für die IGS seitens der Landeskirche hinter verschlossenen Türen stattfinden.
Vorsitzende Ralfina Dicker wirft zudem den beiden Ratsgruppen eine übereilte und einseitige Informationspolitik vor. „Wie es scheint, soll auf Teufel komm raus die Landeskirche die Trägerschaft für die IGS übernehmen“, sagte sie gestern. Es werde nicht einmal für nötig gehalten, das erste offizielle Beratungstreffen am 24. Februar, zu dem auch Vertreter der GIW unter großer Geheimhaltungspflicht eingeladen seien, abzuwarten. Das Gespräch scheine nur noch eine Alibifunktion zu haben.
Ob die kirchliche Trägerschaft wirklich zu mehr Bildungsgerechtigkeit führe, sei unklar. Besonders das geforderte Schulgeld von 45 Euro monatlich sei ein „ganz heikles Thema“. Dicker beklagte die offenbar vorschnelle Bereitschaft politischer Entscheidungsträger, die Verantwortung für die Bildung junger Menschen abzutreten und mahnt eine intensive Prüfung der Vor- und Nachteile an.
Für Diskussionen sorgte die Nachricht auch während der Jahresversammlung des SPD-Ortsvereins am Freitagabend. Bildungsbeauftragter Sören Thoms nannte das Angebot problematisch. „Wir brauchen keine Bildungspolitik, wenn wir das Thema den Privaten überlassen. Wir müssen für eine Verbesserung des staatlichen Angebots kämpfen“, sagte er. Der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Torben Klant schlug eine Mitgliederversammlung zu dem Thema vor: „Bevor die Fraktion eine Entscheidung trifft, muss die Partei entscheiden.“ Mitglied Bernd Riedel gab zu bedenken, dass das kirchliche Angebot eine Qualität habe, die vom Staat nicht zu bekommen sei. So liege die Klassenstärke bei höchstens 26 Schülern. Vorsitzender Bernd Maschke sieht ebenfalls Vorteile, wollte jedoch nicht vorschnell urteilen. Der Vorstand will morgen beraten.
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