Pattensen. Jens Ernst (BfB) stimmte als Einziger gegen die Wahl. Dies richte sich nicht gegen den Kandidaten, erklärte er, sondern gegen das Auswahlverfahren. Die SPD-Fraktion werde geschlossen für Müller stimmen, sagte Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Schieweg. Allerdings hätten auch die Sozialdemokraten Kritik an dem Verfahren für „die wichtigste Personalentscheidung, die der Rat zu treffen hat“. Von 26 Bewerbern auf die Ausschreibung seien nur vier eingeladen worden. Zum Vergleich berichtete Schieweg, dass es bei einer zeitgleich ausgeschriebenen Ingenieursstelle 31 Bewerber gab, von denen für zwei Vorstellungsrunden jeweils vier Kandidaten eingeladen wurden.
Der Bürgermeister habe für den Ersten Stadtrat das alleinige Auswahl- und Vorschlagsrecht. Dennoch hätte sich die SPD über die vier vom Bürgermeister eingeladenen Kandidaten hinaus eine zweite Vorstellungsrunde mit mindestens zwei weiblichen Bewerbern gewünscht, sagte Schieweg. „Herr Müller weiß jetzt, dass er es mit einem durchaus kritischen Rat zu tun hat“, sagte er an Müller gewandt, der gemeinsam mit seiner Frau die Sitzung verfolgte.
Nach der Wahl sagte Müller: „Ich danke Ihnen für das überzeugende und überwältigende Votum. Ich werde alles dafür tun, Ihr Vertrauen in den nächsten acht Jahren zu rechtfertigen.“ Griebe, der jede Kritik am Auswahlverfahren zurückwies, gab Ehepaar Müller noch mit auf den Weg, es möge „bald ein neues Zuhause in Pattensen finden“.
Kim Gallop
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