Gehrden. Bis 2014 hat die Stadt einen Vertrag mit Eon-Avacon. Der Versorger hat der Kommune nun ein Erweiterungsangebot unterbreitet. Danach werde für einen jährlichen Aufschlag von 6400 Euro Ökostrom aus einem bayerischen Wasserkraftwerk geliefert.
„Für uns ist das eine Mogelpackung“, sagte Heinz Strassmann (Bündnis 90/Die Grünen). „Es ändert sich nichts, außer, dass Eon-Avacon den Strommix umverteilt“, sagte Strassmann. Für den Klimaschutz sei nichts gewonnen.
SPD und CDU reagierten überrascht. Es sei blauäugig, davon auszugehen, dass es sofort überall nur noch reinen Ökostrom gebe, sagte Stephan Schmidt (SPD). „Wir können aber Druck auf die Konzerne aufbauen“, sagte er. Diese seien gezwungen, neue Anlagen zu bauen, wenn die Nachfrage steige. Das sah auch Karl-Heinz Behre (CDU) so. „Ein Umdenken auf dem Energiemarkt wird es nur geben, wenn die Verbraucher Ökostrom nachfragen“, sagte er.
Bürgermeister Hermann Heldermann machte deutlich, dass ein Vertrag mit einem reinen Ökostromlieferanten unzulässig sei. Das habe kürzlich Wennigsen schmerzlich erfahren müssen. Er gehe aber davon aus, dass sich die Energieversorger schnell der veränderten Marktsituation anpassen werden. Ende 2012 wird der Ökostrom erneut ein Thema sein. Dann beginnen die Vorbereitungen für eine neue Ausschreibung.
Dirk Wirausky
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