Uwe Ulbrich sitzt auf dem Bett in seinem selbst gebauten Anhänger.
Schwüblingsen. „Auf die Idee hat uns ein Treckerfreund gebracht, der eine Tour durch die Schweiz unternommen hat“, sagt Ulbrich. Bei diesem Freund, der in Buchholz in der Nordheide zu Hause ist, wird die Gruppe am zweiten Abend übernachten, um sich dann von ihm nach Hamburg lotsen zu lassen.
„Es wird die weiteste Fahrt, die wir bislang mit unseren Treckern gemacht haben“, sagt Willi Giere aus Röhrse. Der 68-Jährige gehört wie Ulbrich dem Kolbenring Röhrse an, einem lockeren Zusammenschluss von Liebhabern alter Traktoren.
Die Gruppe wird auf Nebenstrecken – Kreisstraßen und Wirtschaftswegen – unterwegs sein. „Es geht mitten durch die Heide“, sagt Ulbrich, der für die Routenplanung bis Buchholz verantwortlich zeichnet. „Ein Navi nehmen wir nicht mit.“ Wie bei ihren Fahrzeugen setzen die Treckerfreunde auch hier auf Altbewährtes – auf Straßenkarten.
Schon seit seiner Kindheit habe er ein Faible für alte Trecker, sagt Ulbrich, landwirtschaftlicher Mitarbeiter auf einem Hof in Schwüblingsen. „Die Form, der Klang, das Fahrgefühl“, gerät er ins Schwärmen, „die alten Trecker nehmen nichts übel.“ Ersatzteile nimmt die Gruppe deshalb nicht mit – nur Werkzeug. „Unsere Trecker sind zuverlässig“, ist Giere felsenfest überzeugt.
Für die Fahrt hat Ulbrich sein Schätzchen – ein 15er-Deutz, Baujahr 1951, mit nur einem Zylinder – komplett überarbeitet. „Der springt bei 25 Grad ohne Vorglühen an“, sagt der 42-Jährige stolz.
Noch mehr Zeit hat er in den Anhänger gesteckt, in dem er übernachten wird. Der gelernte Tischler hat alles selbst gemacht. Innen gibt es ein gepolstertes Bett, eine Bank und einen Hängeschrank. Sogar den Luxus einer Markise gönnt Ulbrich sich. Seine Frau Stefanie will trotzdem nicht mitfahren. „Ich wünsche aber allen viel Spaß“, sagt sie.
In Hamburg wollen die Treckerfreunde durch den alten Elbtunnel und über die Köhlbrandbrücke tuckern. „Wir haben beim Schifffahrtsamt angefragt, ob wir die Landungsbrücken passieren dürfen“, sagt Giere. Denn die Gruppe sei nun mal ein kleines Verkehrshindernis. „Wenn wir im Schnitt 13 bis 14 Kilometer in der Stunde fahren, sind wir gut“, sagt Ulbrich.
Los geht’s am Mittwochmittag, 31. August, von Schwüblingsen aus über Hänigsen, Nienhagen, Altencelle, Lachtehausen parallel zur B 214 nach Scheunen, Sülze und Dohnsen. Dort wird übernachtet.
Am 1. September soll via Wiesendorf, Bispingen, Hützel, Hanstedt und Jesteburg Buchholz erreicht werden. Am Freitag, 2. September, tuckert die Gruppe nach Hamburg zur Stadtrundfahrt und am gleichen Tag zurück nach Buchholz.
Am Sonnabend, 3. September, geht es zurück nach Schwüblingsen, das die fünf Treckerfreunde am Sonntag erreichen wollen.
Anette Wulf-Dettmer
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