Am Platz rund um die Bilmer Kapelle soll der sehr breit wirkende Straßenraum schmaler werden. Außerdem soll die Sicht auf die Kapelle besser werden.
Bilm. Müllingen ist gerade froh, dass seine Ortsdurchfahrt auf 6,20 Meter verbreitert worden ist. Bilm wäre froh, wenn seine auf 6,20 Meter verschmälert werden würde. Der Ortsrat hat sich am Montagabend auf das zweite Dorferneuerungsprojekt festgelegt, das diese Verschmälerung um rund 25 Zentimeter vorsehen soll. „Je weniger breit eine Straße ist, desto langsamer wird gefahren“, sagte der städtische Fachbereichsleiter Godehard Kraft.
Der Fußweg soll breiter werden und ein neues Pflaster bekommen. Ein etwa 180 Meter langer Abschnitt des Reuterangers soll derart gestaltet werden, und zwar ungefähr von Höhe des Feuerwehrhauses und der Kapelle bis zur Kreuzung an der Freienstraße. Leitgedanke ist neben der verbesserten Optik eine Beruhigung des Verkehrs. Daher wollen die Ortsratsmitglieder auch Einmündungen in Nebenstraßen aufpflastern lassen: Autofahrern soll bewusst werden, dass sie in ein Ortsgebiet einbiegen, in dem besonders zurückhaltende Fahrweise geboten ist.
Der Ortsrat setzt sich zudem für eine Fußgängerampel ein. Ob diese genehmigt wird, ist allerdings noch offen, zumal der Sehnder Rat dafür Kosten von etwa 15.000 bis 25.000 Euro bewilligen müsste.
Außerdem soll die Kapelle besser zur Geltung kommen: Die alten, als unästhetisch empfundenen Buswartehäuser sollen ersetzt werden. Vor der Kapelle soll eine Grünfläche entstehen, die den Blick auf das Gebäude frei lässt.
319.000 Euro würde das Projekt insgesamt kosten. Die Hälfte davon trüge das Land Niedersachsen. Außerdem will sich die Stadt Sehnde um Fördergeld von der Landesnahverkehrsgesellschaft für den Umbau der Bushaltestellen bemühen. In diesem Fall verbliebe ein Eigenanteil der Stadt in Höhe von 122.000 Euro. Der Förderantrag soll nun beim Land Niedersachsen eingereicht werden. Wann der Umbau verwirklicht werden kann, ist noch unklar.
Elisabeth Schärling von der Bürgerinitiative gegen das Logistikzentrum in Höver gab im Ortsrat zu bedenken, dass Bilm im Falle der Verwirklichung des Logistikparks mit mehr Autoverkehr zu rechnen hätte. Verkehrsexperten gehen laut Godehard Kraft in diesem Fall bis zum Jahr 2025 von täglich 150 Fahrzeugen mehr aus, wobei nicht alle davon mit dem Logistikzentrum zu tun hätten, sagt Kraft. Diese Mehrbelastung könne das Dorferneuerungsprojekt aber auffangen.
Eike Brunhöber
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