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Sehnde

Bewohner wollen kein Windkraft-Testfeld

Die Empörung stand den Dorfbewohnern von Dolgen und Evern ins Gesicht geschrieben: Ein Windkraft-Testfeld vor der eigenen Haustür lehnen sie strikt ab. Bei der Informationsveranstaltung der Stadt Sehnde im Dolgener Gasthaus Nawo ging es deshalb hoch her.
Das Interesse der Bürger ist groß: Rund 140 Dorfbewohner kommen zum Infoabend zum Thema Windrad-Testfeld ins Gasthaus Nawo.

Das Interesse der Bürger ist groß: Rund 140 Dorfbewohner kommen zum Infoabend zum Thema Windrad-Testfeld ins Gasthaus Nawo.

© Sarah Dettmer

Dolgen/Evern . Zwischenrufe, amüsiertes Gelächter und entrüstete Einwände: Die rund 140 Besucher des Infoabends zum Thema Windkraft-Testfeld in der Gemarkung von Dolgen und Evern konnten sich am Mittwochabend nur schwer zügeln. Zu sehr erregte sie das Vorhaben der Stadt.

Gernot Hagemann von der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Hannover Impuls erklärte ihnen zunächst die Bedeutung, die ein Testfeld für die Stadt habe. „Das Projekt hätte einen Kultureffekt und eine gute Imagewirkung für Sehnde“, sagte der Projektleiter für Energiewirtschaft. Es folgte lautes Gelächter. „Das ist eine Frechheit, dass sie so etwas sagen“ und: „Da will doch keiner hinkommen, wo solche Dinger stehen“ riefen aufgebrachte Zuhörer. Auch Peter Trute, Geschäftsführer der Firma Geo Net, erntete demonstratives Kopfschütteln, als er das Projekt im Detail vorstellte.

Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke leitete die folgende Diskussion. Auf die Frage, weshalb das Thema vor der Wahl verschwiegen worden sei, entgegnete er, dass die Stadt ebenfalls erst am 20. Dezember 2011 darüber informiert worden sei. Immer wieder betonte er, dass das Projekt noch ganz am Anfang stehe und die Bürger auch künftig die Gelegenheit bekommen sollen, Stellung zu nehmen. „Wir wollen uns der Meinung der Bürger annehmen, das ist uns nicht egal“, bestätigte Ratsmitglied Holger Gutzeit.

Große Bedenken äußerten auch Naturschützer von Bund und Nabu. Die angedachte Fläche sei Naturschutzgebiet und beherberge gefährdete Tierarten. „Wir wollen darauf Rücksicht nehmen“, sagte Projektentwickler Trute. Lehrke versprach letztlich, sich mit den deutlichen Vorbehalten der Bürger auseinanderzusetzen.

Sarah Dettmer


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