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Burgdorf / Langenhagen

Kinderarmut ist Thema in Mütterzentren

Kinderarmut wird das zentrale Thema beim Treffen der Niedersächsischen Mütterzentren in Burgdorf am 25. Oktober sein. Am Montag haben sich Vertreter von sechs solcher Zentren im Langenhagener Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum zur Vorbesprechung getroffen.
© dpa (Symbolbild)

„Die emotionale Verrohung innerhalb der Familien nimmt zu, das muss man leider so deutlich sagen“, betont Hilke Oesterling vom Mütterzentrum Burgdorf. Wenn es vor ein paar Jahren noch die Migrantenkinder waren, die Hilfe im Mütterzentrum suchten, so werden es heute immer mehr deutsche Kinder, berichtet Gisela Timm vom Mütterzentrum Hameln. Da Kinderarmut zunehme, werde das Thema als zentrales Problem beim Treffen der Niedersächsischen Mütterzentren diskutiert.

„Wir tauschen uns bei dem Treffen aus, lernen voneinander und erarbeiten Lösungen für die Probleme, mit denen wir jeden Tag konfrontiert werden“, sagt Gundula Ruge vom Mütterzentrum Langenhagen. Vielerorts seien die Mütterzentren die letzte Rettung für in Not geratene Menschen.

„Wir haben hier die Möglichkeit, schnell zu helfen“, erklärt Ruge. Die Angebote seien niedrigschwellig, und die Besucher lernen oft mehr, als sie bewusst mitbekommen. Denn: „In vielen armen Familien gibt es oft keine Möbel, geschweige denn Spielzeug“, sagt Christine Paetzke-Bartel vom Mütterzentrum Langenhagen. Sie betreut seit zwei Jahren das Projekt Ostapje. Dabei werden die Eltern, meist mit Migrationshintergrund, Schritt für Schritt in ihrem Haus geschult, um mit ihrem Nachwuchs zu sprechen, zu spielen und ihn zu fördern. Im Mütterzentrum lernen die Eltern dann, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. „Man muss den Eltern oft erst beibringen, mit ihren Kindern zu spielen“, sagt Paetzke-Bartel.

Die Armut der Eltern und der daraus resultierende Frust führe dazu, dass die Kinder dieser Familien nicht ausreichend gefördert werden. „Wir haben neben der Hausaufgabenbetreuung auch einen Mittagstisch, an dem täglich 30 Kinder sitzen, die sonst nichts Warmes zu essen bekommen“, erzählt Gisela Timm aus Hameln. Mit knurrendem Magen kämen Kinder und alte Menschen auch in das Mütterzentrum Hannover, berichtet Heike Eickelberg-Bothe. „Wir wohnen in Deutschland“, sagt sie. „Da ist es unfassbar, dass so etwas passiert.“

Viele Vertreter Niedersächsischer Mütterzentren treffen sich am Montag, 25. Oktober, im Mütterzentrum Burgdorf, Wallgartenstraße 33.

Anja Bartelt


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