Das Wasserwerk in Burgdorf pumpt wieder.
Burgdorf. Die Förderung aus den drei Tiefbrunnen unweit der Bahnstrecke nach Celle war im August gestoppt worden. Zuvor waren Verunreinigungen mit dem Herbizid Ethidimuron im Trinkwasser gefunden worden, die über dem erst seit Frühjahr 2011 geltenden Grenzwert lagen. Seitdem werden die Stadtwerkekunden in der Kernstadt, in Heeßel, Hülptingsen und Ahrbeck nur mit Trinkwasser versorgt, das von den Harzwasserwerken zugekauft und zunächst über deren Transportleitung direkt ins örtliche Netz eingespeist wurde.
Eine Folge der Abschaltung des Wasserwerks am Sorgenser Grundweg war, dass der Druck in den Trinkwasserleitungen von normalerweise fünf auf etwa vier Bar abfiel und es Beschwerden von Kunden gab, wie Olaf Cassens von Purena erläutert. Die Firma kümmert sich als technischer Dienstleister um das Wassergeschäft der Stadtwerke. Daraufhin hatte das Unternehmen für rund 70.000 Euro kurzfristig eine rund 300 Meter lange Direktverbindung von der Transportleitung zum Wasserwerk gebaut, sodass inzwischen wieder normale Druckverhältnisse erreicht wurden.
Diese direkte Leitung soll jetzt auch anders genutzt werden. Denn ab nächster Woche soll wieder Wasser aus jenem der drei Tiefbrunnen gefördert werden, der am wenigsten belastet ist und dessen Ethidimuronwert schon immer weit unter dem Grenzwert lag, wie Cassens betont. Als zusätzliche Sicherheit soll das Brunnenwasser im Wasserwerk im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel mit zugekauftem Trinkwasser der Harzwasserwerke gemischt werden.
Der Wassermix werde regelmäßig von einem Labor untersucht, sagt Cassens. Mit dem neuen Verfahren versuchen die Stadtwerke zugleich, den Schaden durch den Ausfall der Eigenförderung – bislang rund 950.000 Kubikmeter von insgesamt 1,2 Millionen – zu begrenzen. Von den etwa 1200 Euro, die man derzeit pro Tag für den erhöhten Zukauf von Trinkwasser zahlen müsse, könne vielleicht ein Betrag von 300 Euro eingespart werden, sagt Cassens,
Parallel arbeiten Purena und Stadtwerke an der Ausschreibung für die Großfilteranlage, die mehrere Hunderttausend Euro kosten dürfte und im Herbst fertig werden soll. Mit ihr hoffen die Stadtwerke, wieder zur Ursprungsförderung zurückkehren zu können.
Das Gesundheitsamt der Region hatte bereits im August bei Bekanntwerden der Verunreinigung mit Ethidimuron klargestellt, dass der Grenzwert zwar überschritten sei, vom Verzehr des Trinkwassers aber keine Gefahr ausgehe. Der Wert sei seinerzeit bewusst niedrig unter der damals möglichen Nachweisgrenze gewählt worden, weil man generell keine Herbizide im Trinkwasser zulassen wollte, sagt Hans-Bernhard Behrends, Leiter des Teams Gesundheit, das die Wiederaufnahme der Wasserförderung mit der Nachrüstung genehmigt hat. Das sei verantwortbar, weil der Wert deutlich unter der toxischen Schwelle bleibe.
Norbert Korte
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