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Spiel gegen Kopenhagen

Politiker wollen Sitzung wegen Hannover 96 verlegen

Fußball-Bundesligist Hannover 96 kämpft am nächsten Donnerstag in Kopenhagen um den Verbleib in der Europa League. Zeitgleich kommt der neue Rat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen – eine Terminüberschneidung, die in der Stadtpolitik für hitzige Debatten gesorgt hat.
Foto: Spieler von Hannover 96 jubeln über das 1:0 gegen Kopenhagen

Wenn die "Roten" am Donnerstag in Kopenhagen (hoffentlich) jubeln, kommt zeitgleich der neue Rat in Seelze zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

© Ulrich zur Nieden

Seelze. Nach Informationen der Leine-Zeitung wollten mindestens fünf Ratsherren wie Tausende anderer Fußballfans die „Roten“ in der dänischen Hauptstadt unterstützen. Stattdessen werden sie am 3. November über Personalien wie den Ratsvorsitzenden und die stellvertretenden Bürgermeister entscheiden müssen.

„Total schade und unverständlich“ findet ein Ratsmitglied, dass er an dem „regionalen Topereignis“ nun nicht teilnehmen könne. Der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss hatte die Bitte um eine Verlegung der Ratssitzung einstimmig abgelehnt. Die Sitzung muss turbulent gewesen sein – unter anderem sei die Frage aufgekommen, wie ernst es manches Ratsmitglied mit der Politik nehme, berichtete ein Teilnehmer.

Bereits im August hätten sie angefragt, ob nicht auch ein anderer Sitzungstermin möglich sei, sagten zwei Ratsherren, von denen einer nach eigenen Angaben rund 250 Euro unter anderem für die Hotelkosten in den Sand gesetzt hat – und kritisierten die Verwaltung. Diese habe vertröstet und auf den neuen Rat verwiesen, der aber erst am 11. September gewählt wurde. „Es wäre alle Zeit der Welt gewesen für eine Verlegung, die Verwaltung hätte es nur entschiedener vorantreiben müssen.“

Bürgermeister Detlef Schallhorn und der Erste Stadtrat Karsten Balzer wiesen die Kritik am Donnerstag zurück. Eine Verlegung der Ratssitzung sei Sache der Fraktionen und nicht der Verwaltung gewesen, und die Fraktionsleitungen seien Anfang Oktober informiert worden. Der alte Rat habe dazu nichts mehr zu entscheiden gehabt.

Schallhorn tritt zudem Kritik eines weiteren Ratsherrn entgegen, der die Terminüberschneidung ironisch als „gutes Mittel gegen Bürgerbeteiligung“ titulierte. Angesichts der bisherigen Einschaltquoten bei den Europa-League-Spielen sitze sicherlich nicht jeder an dem Abend vor dem Fernseher. Er vermutet, dass dennoch einige Zuhörer die Ratssitzung verfolgen.

Ein Kritiker der Terminverlegung konnte den geäußerten Wunsch ohnehin nicht nachvollziehen: Die erste Sitzung einer neuen Ratsperiode sei etwas ganz Besonderes, und wichtige Posten seien auch zu vergeben.

Frank Walter


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