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Park der Sinne

IBM-Klub wird Laatzener Verein

Der IBM-Klub Hannover wird auch künftig in Laatzen aktiv sein. Die Stadt will die vom Computerhersteller angelegte Sportanlage übernehmen und dann ihrerseits dem Klub zur Verfügung stellen. Der Verein verlegt dann seinen offiziellen Sitz aus Hannover-Bemerode nach Laatzen. Die genauen Modalitäten müssen noch verhandelt werden – und auch ein Ratsbeschluss steht noch aus.
Die Bowlingbahn im Klubhaus wird für alle offen sein.

Die Bowlingbahn im Klubhaus wird für alle offen sein.

© Johannes Dorndorf

Laatzen-Mitte. Der Vereinsvorsitzende Axel Saul und der Erste Stadtrat Arne Schneider gaben jetzt Details zu den bisherigen Gesprächen bekannt. Bislang war IBM für die Pacht des städtischen Geländes an der Gutenbergstraße (Höhe: 58.000 Euro jährlich) sowie für das Klubgebäude aufgekommen. Das Unternehmen hat den Vertrag zu Mitte 2012 gekündigt und zieht sich aus dem Sponsoring für den Klub weitgehend zurück.

Vertraglich wurde damals vereinbart, dass das Grundstück in diesem Fall an die Stadt zurückfällt und die Sportanlagen entweder zurückgebaut oder übertragen werden. Nach derzeitigem Stand wird IBM lediglich zwei der vier Tennisfelder und ein Tartan-Spielfeld entfernen. Die übrige Anlage steht dann dem Verein zur Verfügung – samt Klubhaus mit Restaurant. „Wir haben kein Interesse, das Klubhaus selbst zu übernehmen“, sagt Schneider. Deshalb sei ein Erbbauvertrag zwischen Stadt und Verein in Vorbereitung. Ähnlich war die Stadt bereits vor einigen Jahren beim Vereinshaus der SpVg Laatzen vorgegangen.

Laatzen wird mit den Neuerungen um einen Verein reicher: Bis Sommer will der IBM-Klub seinen Sitz in die Stadt verlegen und wie andere Klubs Mitglied des Arbeitskreises Sport werden. „Wir sind offen für Kooperationen“, sagt denn auch der Vorsitzende Axel Saul. Geplant sei dann auch eine Änderung des Vereinsnamens. Die Bezeichnung stehe allerdings noch nicht fest.

Die Stadt profitiert von der Neuerung gleich in mehrfacher Hinsicht: Die Sportanlage, die das Computerunternehmen in den neunziger Jahren mit viel Aufwand hergestellt und seitdem in Schuss gehalten hat, geht in städtisches Vermögen über. Außerdem könnte die Kommune ein altes Problem im benachbarten Park der Sinne lösen: Der Klubparkplatz wäre dann für Besucher offen.

Besucher des Parks der Sinne profitieren von Änderungen des IBM-Klubs

Von den anstehenden Änderungen beim IBM-Klub profitieren auch Besucher des Parks der Sinne. Bislang gibt es keine offiziellen Stellflächen in der Nähe der Grünanlage. Was wenige wissen: Der Vereinsparkplatz ist per Luftlinie nur wenige Meter vom Gartenhaus entfernt. Wenn die Sportanlage nun in kommunales Eigentum übergeht, will die Stadt zwischen Parkplatz und Park eine Verbindung schaffen.

„Davon könnten auch Hochzeitsgesellschaften profitieren“, sagt der Erste Stadtrat Arne Schneider. Die Idee: Wer im Park der Sinne heiratet, kann im Anschluss im wenige Meter entfernten Klubrestaurant feiern. Dies müsse keine Konkurrenz zum Gartenhaus bedeuten: Dort wäre für solche Fälle beispielsweise ein Sektempfang denkbar, sagt Schneider.

Mit der Übertragung der Anlage gewinnt Laatzen ein Kleinod. Der Fußballplatz ist gut in Schuss, zwei der bislang vier Tennisplätze haben sogar Flutlicht. Und das Klubhaus verfügt nicht nur über einen Mehrzweckraum für Tanz- und Gymnastikgruppen, sondern auch über eine Bowling- und eine Kegelbahn sowie einen Billardraum mit beheizten Tischen.

Der Klub ist übrigens offen für neue Mitglieder – auch aus Laatzen. Schon 1999 wurde die frühere Betriebssportgruppe in einen Verein umgewandelt. Von den 1250 Mitgliedern in 22 Sparten stammten etwa 350 bis 400 aus Laatzen, sagt Saul. Der Großteil wohne in Hannover. Das sportliche Angebot reicht von Angeln und Aerobic über Fotografieren und Kegeln bis zu Tanz, Golf und Segeln. Größte Sparte sind die Fußballer.

Auch Nichtmitglieder können das Gelände an der Gutenbergstraße nutzen. Ausdrücklich wirbt Saul etwa für die – natürlich von IBM selbst automatisierte – Bowlingbahn im Souterrain des Klubgebäudes. Die Gebühr wird stundenweise berechnet. Auch der Petanque-Platz könne frei bespielt werden.

[Johannes Dorndorf]

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