Dirk Müller (v. l.), Annette Harnitz, Harro Lange, Christoph Meineke und Christine Böhm nehmen im Museum auf den Schulbänken der Zeit um 1920 Platz.
Wennigsen. Bürgermeister Christoph Meineke hat die Kladde am Freitag leihweise dem Heimatmuseum übergeben. Kopien überreichte er an die Leiterinnen der Grundschule und der Sophie-Scholl-Gesamtschule. Entdeckt hat er das Heft im Keller der Gesamtschule, wo die Gemeinde ein Archiv unterhält. „Ich habe angeordnet, dass die wichtigsten Dokumente zurück ins Rathaus kommen“, sagte Meineke am Freitag.
Angesichts der Ausstellung über den „Luftkrieg über Wennigsen“, die in einer Woche im Museum eröffnet wird, sei das Protokollbuch der Lehrer ein lohnendes Ausstellungsobjekt.
Die Protokolle der Lehrer strotzen vor Nazipropaganda. So wurden Wochenparolen wie diese ausgegeben: „In unseren Augen, da muss der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl sein.“
Im Januar 1945 wurden die Lehrer ermahnt, nach dem Fliegeralarm sofort in die Schule zurückzukommen. Schüler sollten die Munitionsreste nicht anrühren, nachdem es bereits zu Todesfällen gekommen war.
Dirk Müller und Harro Lange vom Museumsteam kündigten eine Sonderausstellung über die Schulgeschichte in Wennigsen an, die voraussichtlich 2013 gezeigt werden soll. Grundschulleiterin Christiane Böhm steuerte gestern die bestehende Schulchronik von 1884 bis 1966 bei, die sich in der Schule befindet. KGS-Leiterin Annette Harnitz kündigte an, das Protokollbuch im Unterricht zu behandeln. Schließlich trage die Sophie-Scholl-Schule den Namen einer Widerstandskämpferin.
Michael Hemme
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