Die Querelen um das Gebäude des Kulturzentrums gehen weiter: Nun hat die Stadt die Zwangsversteigerung beantragt.
Dem Vernehmen nach geht es um eine Summe von 9.456 Euro an Grundsteuern und Abfallgebühren für die Jahre 2008 und 2009. Eigentlich hätte die KuBa GmbH als Mieterin die Forderung begleichen müssen, allerdings ist das Unternehmen inzwischen insolvent. „Für Rückstände ist immer der Eigentümer verantwortlich“, sagt Erster Stadtrat Marc Lahmann. „Wir behandeln den Mitarbeiterverein wie alle anderen Grundeigentümer in der Stadt.“
Im vergangenen Jahr habe es Gespräche über die Begleichung der Außenstände gegeben. Kurz vor Jahresende sei das Geld aber noch immer nicht eingegangen, und so sei die Zwangsversteigerung beantragt worden, sagt Lahmann.
Der Mitarbeiterverein mutmaßt in seinem offenen Brief andere Gründe für den Schritt der Verwaltung: Die Stadt wolle Druck auf den Verein ausüben, vielleicht hoffe sie sogar, günstig selbst in den Besitz des Gebäudes zu kommen, heißt es in dem von Torsten Kollande unterzeichneten Schreiben. Außerdem kritisieren die Autoren, dass die Stadt falsche Signale sende, indem sie die insolvente KuBa GmbH unterstütze, die „fortgesetzt gegen gültige Verträge verstößt“. Lahmann betont dagegen, dass die Stadt keinen Grund habe, die Verträge mit der KuBa GmbH über die Jugendarbeit zu beenden. „Die Leistungen werden auch im Insolvenzverfahren erfüllt.“
Die Zwangsversteigerung abwenden will nun die Jubif GmbH, die das Gebäude vom Mitarbeiterverein gepachtet und an die KuBa GmbH untervermietet hat. „Ich habe das Geld gestern überwiesen“, sagt Jubif-Geschäftsführer Sven Gerlach. „Wir erfüllen unsere Verträge.“ Um das Geld aufzubringen, müsse sich die Jubif „sehr strecken“, meint Gerlach. Noch nicht entschieden ist über die Räumungsklage, die die Jubif gegen die KuBa GmbH angestrengt hat.
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