Barsinghausen. „Wir empfinden es als Affront, dass der Zuständige aus der Verwaltung nicht da ist. Ich bitte darum, das ins Protokoll aufzunehmen“, sagte Kerstin Beckmann. Es war die abschließende Bemerkung der SPD-Ratsfrau zum Tagesordnungspunkt „Gleichstellungsplan – Sachstandsbericht der Verwaltung“.
Als der Punkt am Mittwochabend an der Reihe war, wurde das Wort Heidi Zeuschner-Barchmann erteilt. Die Gleichstellungsbeauftragte zeigte sich überrascht, dass Reinhard Hoffmann, im Verwaltungsvorstand für den Bereich Zentrale Dienste – darunter Personal – verantwortlich, nicht an der Sitzung teilnahm. Zeuschner-Barchmann informierte den Ausschuss darüber, dass der Bericht in Verzug sei, weil eine Kollegin seit Wochen krank ist. Der Erste Stadtrat Marc Lahmann konnte keine weitere Auskunft geben. Er verwies auf Hoffmann.
Bei SPD und Grünen sorgte der Umgang mit dem Thema Gleichstellung für Ärger – nicht zum ersten Mal. Bereits für 2010 war der gesetzlich geforderte Bericht der Verwaltung und der Gleichstellungsbeauftragten über Vorhaben zur Verwirklichung der Gleichberechtigung erst im Januar 2011 vorgelegt worden.
Hoffmann konnte sich gestern nicht erklären, wie es zu der Missstimmung im Ausschuss kommen konnte. „Der Bericht hätte bis Ende Dezember vorliegen sollen. Frau Zeuschner-Barchmann und Frau Anke Schwark, Fachdienstleiterin Personal, haben sich darauf verständigt, die Ist-Analyse bis zum 31. Januar zu erstellen. Der Punkt Gleichstellungsplan hätte gar nicht auf die Tagesordnung gehört“, sagte Hoffmann.
Über diese Verständigung hatte die Gleichstellungsbeauftragte im Ausschuss kein Wort verloren. Hoffmann kann sich das nicht erklären. Die Verspätung begründet er mit der gesetzlichen Änderung. „Der Bericht muss jetzt jährlich und viel detaillierter vorgelegt werden – wie, das haben die zuständigen Frauen bei einem Seminar erst Mitte November erfahren.“
Treeske Hönemann
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