75 Zuhörer – das gab es beim Grünen Frühstück noch nie. Das Thema am Sonnabend war auch brisant. Die Teilnehmer diskutierten über die bei Dedensen geplante Hähnchenmastanlage für fast 40.000 Tiere. Viele Gäste kamen aus Groß Munzel, wo ebenfalls eine Anlage geplant ist.
Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Meyer und der Naturschutzbeauftragte Willi Raabe saßen auf dem Podium. Das Trio lieferte in Abwesenheit des Landwirts, der den Stall plant, zwar keine neuen Erkenntnisse, aber eine plastische Zusammenfassung dessen, was Dedensen bevorsteht. „Das ist keine bäuerliche Landwirtschaft mehr, das ist Industrie“, sagte Meyer. 25 Tiere würden pro Quadratmeter gehalten und nach 42 Tagen Mast zum geplanten Schlachthof in Wietze gekarrt. „Die Abluft geht ohne Filter raus, das bedeutet Gestank, Keime, Feinstaub“, sagte Niemann.
Ideen, was zu tun ist, gab es viele: Eine Bürgerinitiative soll her. Eine Einkaufsgemeinschaft könnte dem Landwirt die Abnahme bäuerlich aufgezogener Hühner garantieren. Ein anderer Ansatz: die gezielte Förderung kleiner konventioneller, bäuerlich arbeitender Betriebe. „Zurzeit gibt es nur billig oder Bio und dazwischen nichts“, sagte Meyer. „Das muss sich ändern.“
Uwe Kreuzer
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