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Badenstedt

Turnverein droht die Auflösung

Den Turnverein Badenstedt (TVB) gibt es seit fast 120 Jahren, doch dieses Jahr droht ihm die Auflösung. Der fast 1000 Mitglieder
starke Verein kann zwei
 Vorstandsposten nicht
 besetzen.
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Sollte der Verein aufgelöst werden, fällt das vereinseigene Grundstück samt der Gebäude an den Stadtsportbund.

Sollte der Verein aufgelöst werden, fällt das vereinseigene Grundstück samt der Gebäude an den Stadtsportbund.

© Dillenberg (Archiv)

Den Turnverein Badenstedt (TVB) gibt es seit fast 120 Jahren, doch dieses Jahr könnte das letzte in der Geschichte des alteingesessenen Vereins sein: Der TVB sucht dringend zwei Mitglieder, die sich ehrenamtlich im Vorstand engagieren – und findet keine. Lediglich der amtierende Vorsitzende Ralph-Henry Aschoff wäre bereit weiterzumachen, sofern ihm zwei Stellvertreter zur Seite stünden. Denn nur dann kann der Vorstand überhaupt die Geschäfte weiterführen. Sollte sich jedoch unter den fast 1000 Mitgliedern niemand für die vakanten Stellvertreterposten finden, stünde der TVB vor dem Aus. „Das Amtsgericht müsste dann einen Vorstand einsetzen, die Folge wäre sicherlich die Auflösung des Vereins“, befürchtet Aschoff.

Die schwierige Suche nach einem neuen Vorstand hatte schon im vergangenen Jahr begonnen. Damals war der alte dreiköpfige Vorstand nach heftigen Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der Tennissparte geschlossen zurückgetreten. Grund dafür war der geplante Verkauf der Tennishalle, die immer weniger gebucht wurde und somit für den Verein nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben war. Daraufhin seien rund 60 Mitglieder der Tennissparte aus dem Verein ausgetreten, berichtet Aschoff. Erst in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im April fand sich dann mit Aschoff ein neuer Vorsitzender. Und zwei weitere Mitglieder erklärten sich bereit, für ein Jahr die Stellvertreterposten zu übernehmen, damit der Verkauf der Tennishalle abgewickelt werden konnte.

Nun stehen alle Zeichen wieder auf Anfang: Der noch amtierende Vorstand setzt seine ganzen Hoffnungen erneut auf die außerordentliche Mitgliederversammlung, zu der er für den kommenden Donnerstag eingeladen hat. Denn wie schon im vergangenen Jahr war die ordentliche Hauptversammlung ergebnislos verlaufen. Von den 50 Mitgliedern, die gekommen seien, habe sich niemand für die Vorstandsposten gemeldet, berichtet Pressewartin Karin Freyberg enttäuscht.

Als alleiniger Vorsitzender würde Ralph-Henry Aschoff ungern weitermachen. Das wäre ohnehin nur möglich, wenn zwei Drittel der Mitglieder einer entsprechenden Satzungsänderung zustimmen würden, wie Roland Krumlin, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, erläutert. Denn die gültige Satzung des TVB schreibt mindestens drei Vorstandsmitglieder vor. Abgesehen davon möchte Krumlin dem Verein einen solchen Schritt auch nicht empfehlen. „Das wäre nicht glücklich“, sagte er.

So ohne Weiteres aufgeben will Aschoff den Verein aber nicht, in dem er schon als Kind Sport getrieben hat und dem er seit 1964 angehört. Doch nicht nur das. „Unter einer Auflösung würden viele leiden“, sagt er. Immerhin treiben knapp 1000 Mitglieder in den Sparten Leichtathletik, Handball, Fußball, Petanque, Tennis und Turnen Sport. Und dann gibt es noch die Behindertenabteilung. Auch der Geschäftsführer des Stadtsportbundes würde eine Auflösung des Vereins sehr bedauern. „Der TVB hat eine wichtige Funktion in der Stadt“, sagt er.

Allerdings hat es Krumlin in seiner mehr als 20-jährigen Laufbahn beim Stadtsportbund bislang nicht erlebt, dass das Amtsgericht tatsächlich einen Sportverein auflösen musste, wie er sagt. Und auch im Fall des TV Badenstedt gibt er sich zuversichtlich: „Es wird sich sicher eine Lösung finden.“

Sollte das Schlimmste aber nicht mehr zu verhindern sein, dann würde der Stadtsportbund davon profitieren: In der Satzung des TVB ist festgeschrieben, dass das gesamte Vermögen an die Dachorganisation fällt, die es dann für die Sportförderung verwenden muss. Den Wert des TVB-Grundstückes an der Salzhemmendorfer Straße einschließlich der Gebäude schätzt Aschoff auf rund 3,5 Millionen Euro. Nach Tilgung der Schulden von knapp 200.000 Euro bliebe da noch einiges übrig.

Die außerordentliche Mitgliederversammlung findet am Donnerstag, 18. März, um 19 Uhr im Klubhaus des TVB statt.

[Margret Jans-Lottmann]

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