Die Region hat beide Filme im Internet veröffentlicht, damit sich die Bürger ein Bild von den zur Auswahl stehenden Technologien für die D-Linie machen können.
Linden/Limmer. Fast rammt die Kamera bei ihrer virtuellen Fahrt durch die Limmerstraße einen Bus. Und wieso wird der Betrachter im Image-Film zur Niederflur-Technik durch dichten Verkehr gequetscht, während beim Film zur Hochflur-Technik nur freie Straßen zu sehen sind? Im Stadtbezirksrat Linden-Limmer äußerten Anwohner den Verdacht, dass die beiden Image-Videos der Region zu Niederflur- und Hochflurtechnik manipuliert sind. Die Region hat beide Filme im Internet veröffentlicht, damit sich die Bürger ein Bild von den zur Auswahl stehenden Technologien für die D-Linie machen können.
Der Vorwurf der Anwohner: Die Filme seien so hergestellt, dass dem Betrachter die Hochflur-Technik angenehmer erscheint als die Niederflurtechnik – und das, obwohl bei erster Variante wuchtige Bahnsteige auf die Straße gebaut werden müssten; die Niederflurtechnik dagegen käme mit erhöhten Bordsteinen an den Haltestellen aus. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube sagte, dass es über die These der Anwohner hinter den Kulissen durchaus eine Diskussion gibt. Hintergrund einer Manipulation könnte sein, dass der Auftraggeber der Filme – die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover (Infra) – die billigere Niederflur-Technik bevorzugt und versucht, die öffentliche Meinung in die gewünschte Richtung zu lenken.
Inzwischen meldeten sich mehrere Filmemacher aus Hannover zu Wort. Die Gruppe, die nicht genannt werden möchte, hat die beiden Filme analysiert und kommt zum gleichen Ergebnis wie die Anwohner: „Es sind zahlreiche Hochflur fördernde Manipulationen auffällig“. Der Niederflurfilm suggeriere vor allem durch dichten Verkehr massive Enge. „Insgesamt wirkt der Film unerträglich langsam und bedrohlich.“ Ganz anders der Hochflur-Film: Die Kamera gleite durch freien Straßenraum, Verkehr sei nur weit entfernt zu sehen. Um die ganze Breite der Limmerstraße einzufangen, werde die Kamera eng an der Fassade geführt. „Der Film wirkt dynamisch, schnell, leicht und unkompliziert.“
Zwei Experten der Infra, die im Bezirksrat die beiden Varianten erklärten, war die Kritik nicht neu. Schon früh habe es solche Verdächtigungen gegeben. „Wir haben uns sehr um Chancengleichheit bemüht“, beteuerte einer der beiden. Fast ein Jahr lang mussten die Filme nachbearbeitet werden, sagte er, „bis wir meinten, jetzt seien beide Varianten gleichwertig dargestellt.“ Im Publikum raunte jemand leise: „Wie haben die denn vorher ausgesehen?“
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