Die Baustelle für die neue PI ist eingerichtet - im Unigebäude trainieren bereits seit Sommer Polizisten für den Ernstfall.
Die jüngsten Sparmaßnahmen des Landes haben keine Auswirkungen auf den geplanten Umzug der Polizeiinspektion West. Das teilte Bezirksmanager Wolfgang Wescher in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Linden-Limmer auf Anfrage der SPD mit. Die Fraktion machte sich Sorgen um das Projekt, weil das Land den in Hannover vorgesehenen Neubau des Landeskriminalamtes strich. Die neue PI West, die in Limmer entstehen soll, sei davon aber nicht betroffen, betonte Wescher. „Das Bauprojekt ist vertraglich fest vereinbart“, sagte er. Die Polizeidirektion habe auf Nachfrage der Stadt zudem betont, dass auch die Anmietung der neuen Räume bereits langfristig vereinbart sei.
Wie berichtet, entsteht die neue Polizeiinspektion im „Stichweh-Leinepark“ auf dem ehemaligen Uni-Parkplatz an der Wunstorfer Straße. Die Vorbereitung des Geländes für den eigentlichen Hochbau läuft seit einigen Wochen. Unter anderem mussten einige Gebäude abgerissen werden. „Diese Abrissarbeiten sind abgeschlossen“, sagte Hans Ziehm von der Grundstücksgesellschaft Stichweh/Ziehm. Das Unternehmen investiert insgesamt rund 15 Millionen Euro in das Vorhaben.
Im ersten Bauabschnitt entstehen ein Ladengeschäft für Zweiräder sowie die Büroräume und Polizeiwache der PI West. „Das ist alles genau geplant und abgesegnet“, betonte auch Ziehm. Einen Rückzieher des Landes, wie ihn die SPD befürchtete, gebe es nicht. Im zweiten Halbjahr 2011 soll der Teilkomplex fertig sein. Auch ein Parkdeck entsteht. In weiteren Bauabschnitten entstehen ein weiterer Neubau mit Büros und Ladengeschäften sowie ein Supermarkt. Ein Altbau soll zudem modernisiert und Platz für Gastronomie und Veranstaltungen bieten; in der Stichweh-Zentrale an der Färberstraße sind ebenfalls Sanierungsarbeiten vorgesehen. Im Jahr 2013 soll das Projekt abgeschlossen sein.
Die Polizeidirektion (PD) Hannover nutzt auch das ehemalige Hochschulgebäude neben dem Parkplatz. Seit Juni ist das Gebäude Trainingsort für das Dezernat 13 der hannoverschen Polizeidirektion. Die Dienststelle koordiniert neben Seminaren auch das systemische Einsatztraining (SET) für die rund 3000 Beamten der PD.
Bei diesen Übungen trainieren die Beamten unter anderen ihr Verhalten bei Messerangriffen und beim sogenannten „School Schooting“. So heißen im Fachjargon die Amokläufe an Schulen, wie sie 2002 in Erfurt oder im vorigen Jahr in Winnenden passierten. Bis zum Mai dieses Jahres lief das Einsatztraining in einer ehemaligen Sehbehindertenschule in der Südstadt ab. Das Schulgebäude wird demnächst für Wohnzwecke umgebaut; die PD wählte das limmersche Hochschulgebäude als neuen Standort.
Wie lange die Beamten dort trainieren können, ist aber noch unklar. „Das Training ist eine Interimslösung, bis eine endgültige Nachnutzung gefunden ist“, sagte Karsten Pilz von der Oberfinanzdirektion Niedersachsen. Die Leibniz-Universität zog sich 2007 aus Limmer zurück, seither steht der weitläufige Komplex leer.
Marcel Schwarzenberger
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