Der Widerstand gegen die Umsiedlung der Punks wird immer massiver.
Badenstedt. Die CDU-Bezirksratsfraktion Ahlem-Badenstedt-Davenstedt fordert in einem Dringlichkeitsantrag sogar den Stopp des Umzugs. Ende Januar war die seit Langem geplante Ansiedlung der Gruppe in unmittelbarer Nähe der Kleingartenkolonie „Neues Leben“ öffentlich geworden. Seitdem formiert sich in Badenstedt der Protest.
„Der Oberbürgermeister hat die Umsiedlung vom grünen Tisch aus entschieden und zeigt sich jetzt irritiert über den Protest vor Ort“, ließ CDU-Fraktionschef Norbert Dudda gestern mitteilen. In dem Dringlichkeitsantrag an den Stadtrat forderte er außerdem, aufgrund der stadtweiten Relevanz des Themas müssten sich zwingend die zuständigen Ratsausschüsse sofort mit der Umsiedlung befassen.
Der Bezirksverband der Kleingärtner bezeichnete es als „Unding“, dass die Verwaltung die Laubenpieper nicht über die geplante Bauwagensiedlung in Kenntnis gesetzt hatte. „Über jeden Ast und über jeden Baum diskutiert die Stadt lang und breit mit uns, aber in eine solch wichtige Entscheidung werden wir nicht einbezogen“, empört sich Andreas Hildebrand, der Rechtsanwalt des Bezirksverbandes. Unter den betroffenen Kleingärtnern mache sich das Gefühl breit, die Stadt betreibe durch ihr Handeln eine Art „Enteignung durch die Hintertür.“ „Wenn die Bauwagen erst mal auf dem Gelände stehen, bekommen wir sie doch nie wieder dort weg“, sagt Hildebrand.
Auch Ingeburg Danne ist wegen der Umzugspläne nicht gut auf die Stadtverwaltung zu sprechen. Ihr gehört das Gelände der Kleingartenkolonie, sie hat es an den Bezirksverband verpachtet. „Es ist nicht in Ordnung, dass ich als Besitzerin von der Umsiedlung aus der Zeitung erfahren muss“, sagt Danne. Sie befürchtet, dass zahlreiche Laubenpieper ihre Pachtverträge kündigen, wenn die Bauwagenpunks nach Badenstedt ziehen.
Oberbürgermeister Stephan Weil wirbt unterdessen in einem Schreiben an die Bezirksbürgermeisterin um Verständnis für die Pläne. Die Nutzung des Platzes am Karl-Thürmer-Weg sei zunächst nur auf zwei Jahre begrenzt. An die Polizei seien bislang keine größeren Beschwerden über die Gruppe herangetragen worden. Bereits im Juni 2011 sei der damalige Bürgermeister des Stadtbezirks über den Umzug der Bauwagengruppe informiert worden. Bei einer Begehung der Fläche im September seien keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Standort geäußert worden. Am Donnerstag beschäftigt sich der Bezirksrat mit dem Thema.
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