Wird Hauptkirche der neuen katholischen Pfarrei: St. Godehard in der Posthornstraße in Linden-Süd.
St. Godehard ist der Name der neuen Pfarrei mit insgesamt rund 10.300 Mitgliedern. Bei der Fusion geht es nicht nur um schlankere Strukturen; die neue Großgemeinde wird sich wohl mittelfristig auch von einer Kirche trennen müssen. Doch zunächst einmal wird die Pfarrei am kommenden Sonntag, 5. September, offiziell ins Leben gerufen. Der Festgottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der St.-Godehard-Kirche, Posthornstraße 22.
In Hannover verschmelzen jetzt insgesamt 14 katholische Gemeinden zu vier Großpfarreien. Das Bistum Hildesheim reagiert damit auf Priestermangel, Mitgliederschwund und sinkende Steuereinnahmen. Dass es bei diesem Prozess auch um den Verkauf von Gebäuden geht, ist seit Jahren eine klare Ansage des Bistums. Das übernimmt zur Unterhaltung der Immobilien im Schnitt 80 Prozent der Kosten – rund 5,5 Millionen Euro pro Jahr.
Seit gut einem Jahr sind die Kirchen in Kategorien unterteilt. Bei den westlichen Gemeinden sieht das so aus: Die 1874 geweihte St.-Godehard-Kirche wird Hauptkirche der neuen Pfarrei. Sie zählt zur Kategorie A und wird dauerhaft vom Bistum bezuschusst. In dieselbe Kategorie ist auch die Ahlemer Maria-Trost-Kirche von 1964 aufgenommen. St. Benno (1906 geweiht) und Christkönig (1965) zählen hingegen zur Kategorie B, höchstens eines der beiden Gotteshäuser kann vermutlich erhalten bleiben. Spätestens 2018 muss sich die Gemeinde über Erhalt oder Verkauf entscheiden. „Vielleicht werden wir auch das Bistum bitten müssen, diese Entscheidung zu treffen“, sagte Pfarrer Wolfgang Beck.
St. Godehard muss künftig auch mit geringeren Pro-Kopf-Zuschüssen vom Bistum Hildesheim auskommen. Vor der Fusion erhielt jede der Gemeinden gut 60.000 Euro pro Jahr – ohne Gehälter, die stets vom Bistum direkt ausgezahlt wurden. „Diese Zuweisungen werden deutlich schrumpfen“, sagte Beck. Die Differenz sei aber jetzt noch nicht exakt zu beziffern. Die jüngst abgeschlossene Renovierung des Gemeindehauses an der Posthornstraße bezahlte St. Godehard bereits aus eigenen Mitteln.
Nicht nur von einer Kirche, auch von anderen Gebäuden müssen sich die fusionierten Gemeinden wohl trennen. Längst im Gespräch sind unter anderem das Pfarr- und Gemeindehaus von St. Benno. „Erst einmal bleibt aber alles beim Alten“, sagte Beck. Zunächst wählt die neue Pfarrei am 7. November ihren neuen Gemeinderat sowie den Kirchenvorstand. Erst danach wird die Frage nach den Immobilien neu gestellt.
Auch beim Personal ändert sich zunächst wenig. Pfarrer Norbert Wels, der zuletzt in Ahlem und Badenstedt für die Seelsorge zuständig war, ist dieser Tage in den Ruhestand gegangen. Wolfgang Beck ist Pfarrer der neuen Großgemeinde. „Und es gibt weiterhin ein Priesterteam“, sagte er. Dazu gehört der Anfang August neu hinzugekommene Pastor Jens Ollmetzer. Auch Diakon und Gemeindereferenten sowie die Pfarrsekretärinnen bleiben. Schließlich soll das Kirchenleben an allen vier angestammten Standorten erhalten bleiben. Das hat sich die neue Pfarrei in ihr Leitbild geschrieben.
Außer dem zentralen Pfarrbüro in Linden wird es auch Bürozeiten an den anderen drei Standorten geben. Gruppenangebote, Jugend- und Seniorenarbeit – all das wird ebenfalls fortgeführt. „Wir haben keinen Druck irgendetwas zu verändern“, sagte Beck. Mit einer Ausnahme: Der Bennoverein hat sich jetzt nach 108 Jahren wegen mangelnder Mitgliederzahl und Sterbefällen im Vorstand aufgelöst.
Marcel Schwarzenberger
| Städtewetter |
| Ihre Stadt/Ihr Ort |
Tagestemperatur |
|
Nachttemperatur |
|
Regenprognose |
|
Windstärke |
|
Pollenflug |
|