Badenstedt hat dringenden Bedarf an weiteren Kita-Plätzen. Die neue Einrichtung des Unternehmens „Kleine Riesen“ wird 75 Kinder betreuen.
Badenstedt. Grünes Licht für die geplante Kita auf dem Gelände eines Einkaufszentrums an der Badenstedter Straße 132: Obwohl der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt beklagte, zu wenige Informationen über die Betreiberfirma „Kleine Riesen Nord“ zu haben, erkannte das Gremium die Firma aus Esslingen als Träger der im Bau befindlichen Kita an.
Die CDU-Vertreter im Bezirksrat und der ehemalige Bezirksbürgermeister Wilfried Gunkel (SPD) drängten die Politiker zur Eile. Es bestehe die Gefahr, dass der Investor sich ein anderes Objekt suche und dem Stadtbezirk dadurch dringend benötigte Kita- und Krippenplätze verlorengingen, sagte etwa Christdemokrat Norbert Dudda. Das Unternehmen „Kleine Riesen“ betreibe in vielen anderen Großstädten bereits erfolgreich Tagesstätten, ergänzte Gunkel, der das Projekt in seiner Zeit als Bezirksbürgermeister begleitet hatte: „Der Investor sagte mir, dass die bürokratischen Hürden in anderen Städten viel niedriger sind als in Hannover.“
Die geplante Tagesstätte soll für vier Gruppen mit insgesamt 35 Krippen- und 40 Kindergartenplätzen eingerichtet werden: Zwei Krippengruppen, eine Kindergartengruppe sowie eine altersübergreifende Gruppe mit fünf Krippenkindern und 15 Kindergartenkindern. Das Unternehmen „Kleine Riesen Nord“ wurde von der städtischen Kommission Jugendhilfeplanung als Träger vorgeschlagen. „Die Verwaltung hat keinerlei Bedenken, dort das Konzept der Kita zu genehmigen“, erklärte Stadtbezirksmanager Hans-Peter Richter. Und er ergänzte: „Die Plätze dort sind uns sehr wichtig und die Stadt hat kein Interesse an Verzögerungen.“ Ursprünglich sollte die Kita bereits im Herbst 2011 öffnen.
Grüne und SPD im Bezirksrat äußerten nichtsdestotrotz Bedenken. Das Freigelände der Einrichtung soll auf dem Dach des Gebäudes entstehen, die Kinder gelangen durch ein Treppenhaus ins Freie – was den Grünen nicht ganz geheuer ist. Fraktionschef René Rosenzweig hätte zudem gern gesehen, dass sich das Unternehmen im Bezirksrat vorstellt: „Das ist schließlich ein Unternehmen, das auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist.“ Hanne Hintz-Oppelt fragte: „Wer kontrolliert die Gesellschaft? Schließlich gehört sie keinem Wohlfahrtsverband an.“ SPD-Fraktionschef Rainer Göbel fügte hinzu: „Das Schlimmste wäre, wenn wir uns einen Träger in den Stadtbezirk holen, der sich als unfähig erweist.“ Da der Stadtbezirk aber einen dringenden Bedarf an Kita-Plätzen habe, stimme die SPD „mit Bauchschmerzen“ zu.
Die Stadt unterstützt gemäß ihren Richtlinien jede neue Kita-Gruppe mit einem Einrichtungskosten-Zuschuss von 5000 Euro – insgesamt bekommen die „Kleinen Riesen“ also 20 000 Euro – und kalkuliert mit 1300 Euro Mietkosten pro Monat. Eltern müssen für einen Krippenplatz 286 Euro plus 30 Euro Essensgeld zahlen, für einen Kita-Platz fallen 244 Euro plus Essensgeld an.
Richter trat Gerüchten entgegen, die Kita sei für Eltern teurer als andere Tagesstätten: „Die Elternbeiträge orientieren sich an denen städtischer Kitas, sonst wäre eine Förderung durch die Stadt nicht möglich.“ Wenn ein Kind allerdings besondere Leistungen in Anspruch nehmen sollte – wie beispielsweise das bilinguale Betreuungskonzept von „Kleine Riesen Nord“ –, müssten Zuzahlungen geleistet werden.
Rüdiger Meise
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