Beliebt: Wettbergens Mitte.
Die Geschäfte im historisch gewachsenen Ortskern von Wettbergen bleiben auch längerfristig vor Konkurrenz geschützt. Der Bezirksrat Ricklingen hat jetzt einmütig dem Vorhaben der Stadt zugestimmt, für drei Hofstellen an der Hauptstraße einen Bebauungsplan aufzustellen, der dort keinen Einzelhandel mehr zulässt. Einzige Ausnahme: Ein Hofladen mit vor Ort erzeugten Produkten wäre denkbar. Das Thema hat in Wettbergen mehrere Jahre lang die Gemüter bewegt – und wird jetzt mit dem neuen Bebauungsplan auf längere Zeit abgeschlossen.
Die hannoversche Baufirma Wallbrecht wollte auf dem Grundstück an der Ecke von Hauptstraße und Bornumer Weg auf 2300 Quadratmetern ein großes Einkaufszentrum mit Supermarkt, Drogerie, Getränkemarkt und großzügigem Parkplatz anlegen. Als diese Pläne 2007 bekannt wurden, führten sie zu Aufruhr unter Bürgern und Geschäftsleuten, in Bürgerforen wehrten sie sich dagegen. Denn: Die Hofstellen, für die nun der Bebauungsplan gelten soll, liegen nur rund 250 Meter vom Dorfkern an der Kirche entfernt. Für viele Wettberger Geschäftsleute stand außer Frage, dass der Neubau das Ende für die kleineren Läden im Ortszentrum bedeutet hätte.
Das konkrete Projekt der Firma Wallbrecht kippten Rat und Bezirksrat denn auch vor einiger Zeit. Doch für das Gelände zwischen Hamelner Chaussee, Hirtenbach und Bornumer Weg, das sich auf beiden Seiten der Hauptstraße erstreckt, gab es bisher keinen Bebauungsplan. Einzelhandelsbetriebe unter der Grenze zur Großflächigkeit waren für diese Lage weiter zulässig.
Im März 2009 stellte ein Investor dann auch einen neuen Bauantrag für einen Nahversorgermarkt, einen Gemüseladen sowie einen Backshop. Die Stadtverwaltung stellte den Bauantrag jedoch zurück und verwies darauf, dass ein Bebauungsplan für das Gelände in Vorbereitung sei.
In der Begründung für den Bebauungsplan unterstreicht die Bauverwaltung, dass der historische Dorfkern Wettbergens mit seinen alten Häusern das identitätsstiftende Zentrum des Stadtteils ist. In der Straße An der Kirche sind Banken, Friseurgeschäfte, Gaststätten, eine Apotheke, eine Reinigung und außerdem öffentliche Einrichtungen ansässig. Besondere Bedeutung kommt einem kleinen Supermarkt zu, der von den Stadtplanern als „Magnet“ eingestuft wird, also Kunden anzieht, die beim Kauf der Lebensmittel dann auch die anderen Geschäfte besuchen.
Speziell der kleine Discounter wäre von einem größeren Konkurrenzbetrieb in der Nähe bedroht worden und hätte bei seinem Verschwinden wohl auch weitere der kleinen Geschäfte in Schwierigkeiten gebracht. Die Stadt will mit dem Bebauungsplan nun die Ortsmitte als Treffpunkt und zu Fuß erreichbares Einkaufszentrum stabilisieren.
Bärbel Hilbig
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