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Kirchrode

Neues Baugebiet am Tiergarten geplant

Zwischen dem Tiergarten und dem neu entstandenen Wohnquartier „Freiraum Kirchrode“ sollen weitere Baugrundstücke für Einfamilienhäuser erschlossen werden. Wegen der bedeutsamen Lage des Areals will sich die Stadt bei den Planungen Zeit lassen.
Das künftige Baugebiet zwischen der Siedlung „Freiraum Kirchrode“ (l.) und dem Tiergarten soll „Altes Forsthaus“ heißen.

„Altes Forsthaus“: das namensgebende Original ist in der rechten Bildhälfte zu erkennen.

© Link

Kirchrode. Während im Wohnquartier an der Elly-Beinhorn-Straße in Kirchrode noch die letzten Restarbeiten erledigt werden, plant die Stadt schon ein neues Baugebiet nur wenige Meter weiter. Zwischen dem neu entstandenen „Freiraum Kirchrode“ und dem Tiergarten sollen weitere Einfamilienhäuser errichtet werden. Auf dem Gelände war eigentlich eine öffentliche Grünverbindung zwischen Tiergartenstraße und Mardalwiese geplant, die jedoch nie realisiert wurde. Nun will die Stadt die Fläche in lukratives Bauland umwandeln.

Die Stadtplaner haben dem neuen Baugebiet den Namen „Altes Forsthaus“ gegeben, weil es auch die Grundstücke Tiergartenstraße 113 B und 115 beinhaltet – auf Letzterem befindet sich das alte Forsthaus des Tiergartens. In erster Linie gehören aber zum Plangebiet die Flächen zwischen dem Tiergartenrandweg im Osten, der Parkpalette im Süden, der kürzlich erstellten Wohnbebauung im Westen und dem öffentlichen Spielplatz im Norden. Hier sehen die Planungen der Stadt „eine Gruppe freistehender Einfamilienhäuser“ vor. Ein weiteres Einfamilienhaus soll zwischen den Wohnhäusern 113 B und 115 gebaut werden.

Die Stadt begründet die Neuplanung offiziell damit, dass eine „Neudefinition des Übergangsbereichs“ notwendig sei. Die Tatsache, dass der Verkauf von Wohngrundstücken am Tiergarten ordentlich Geld in die Stadtkasse spülen wird, dürfte aber auch seinen Teil zur Entscheidung beigetragen haben. Auf den finanziellen Aspekt der neuen Wohnbebauung geht die Verwaltung jedoch nur knapp ein. „Durch den Verkauf von erschlossenen städtischen Baugrundstücken sind Einnahmen zu erwarten“, heißt es lapidar im Entwurf für den Bebauungsplan.

Kirchrode ist als Wohngebiet sehr beliebt. Direkt neben dem geplanten Neubauareal ist im vergangenen Jahr das Wohnquartier „Freiraum Kirchrode“ vollendet worden. Auf rund anderthalb Hektar hat die Firma Delta Bau dort 93 Wohneinheiten geschaffen: 50 Eigentumswohnungen, 19 Reihenhäuser und 24 Doppelhaushälften. „Es sind auch schon alle Objekte veräußert worden“, erklärt Delta-Bau-Sprecher Sven Klingelhöfer. Die Erschließung des „Freiraums“ – zur Infrastruktur zählen neue Straßen und Abwasserkanäle, ein 740 Quadratmeter großer Spielplatz, ein Regenrückhaltebecken und der öffentliche Simeonkirchplatz – würde auch dem geplanten Wohngebiet am Tiergartenrand nutzen.

Bei den Planungen will sich die Stadt Zeit lassen. Wegen der „stadträumlich bedeutsamen Lage des Plangebiets“ verzichteten die Stadtplaner darauf, ein beschleunigtes Verfahren anzusetzen, obwohl die Rechtslage dies ermöglicht hätte. Auch der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode will das neue Baugebiet ausführlich prüfen. Die SPD hatte den Antrag der Stadtverwaltung, einen Bebauungsplan aufzustellen und die frühzeitige Bürgerbeteiligung einzuleiten, zur Beratung in die Fraktion gezogen. Damit wird der Bezirksrat erst in seiner kommenden Sitzung am Mittwoch, 8. Februar, über das Baugebiet beraten.

[Christian Link]

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