Das Logistikzentrum will sich auf der Messe ansiedeln.
Messe. In der hannoverschen Ratspolitik wächst die Skepsis gegenüber dem Versandhandelsunternehmen, das sich auf dem Messegelände ansiedeln will. CDU und Linke befürchten, dass die Firma nur wenige sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schafft. „Der Vergleich mit anderen Standorten von Amazon zeigt, dass das Unternehmen lediglich befristete Arbeitsverträge mit geringem Lohnniveau vergibt“, sagt Linken-Fraktionschef Oliver Förste.
In Bad Hersfeld etwa, wo Amazon bereits eine Logistikhalle betreibt, seien inzwischen überwiegend Arbeitnehmer aus Schweden, Polen und Spanien beschäftigt. „Denn in der Region finden sich kaum noch geeignete Mitarbeiter, die nicht schon einmal bei Amazon unter Vertrag standen und deshalb keine Chancen auf Wiederbeschäftigung haben“, sagt Förste. In Hannover dürfe einem solchen Unternehmen nicht auch noch „der goldene Teppich ausgerollt werden“.
In eine ähnliche Richtung geht die Kritik der Christdemokraten. „Es kann nicht angehen, dass sich die Stadtspitze bei der Ansiedlung keine Gedanken über die Arbeitsbedingungen macht“, sagt CDU-Wirtschaftsexperte Jens-Michael Emmelmann. Oberbürgermeister Stephan Weil sei aufgefordert, endlich belastbare Zahlen über die geplante Anzahl von sozialversicherungspflichtigen Jobs einzuholen.
Tatsächlich sind die Angaben über die Art der Beschäftigungsverhältnisse bisher dürr. 1000 Dauerarbeitsplätze und in Spitzenzeiten, etwa zum Weihnachtsgeschäft, zusätzlich bis zu 1500 Saisonstellen sollen durch die Ansiedlung entstehen, teilt die Stadt mit. Noch immer will sie nicht bestätigen, dass es sich bei dem Versandhandelsunternehmen um Amazon handelt. Der Konzern ist wegen seiner Beschäftigungspolitik wiederholt in die Schlagzeilen geraten.
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