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Bemerode

Festnahme beeindruckt
 Jugendliche

Nach den Schilderungen von Überfällen und Belästigungen durch eine Gruppe Jugendlicher in Hannover-Bemerode haben sich am Dienstag Vertreter aller Fraktionen mit Experten von Polizei, Jugendeinrichtungen und dem Kommunalen Sozialdienst getroffen, um nach Lösungen zu suchen.
© Tim Schaarschmidt (Symbolbild)

Die Lokalpolitiker haben Wort gehalten und auf die Ängste vieler Bemeroder reagiert. Nach den Schilderungen von Bedrohungen, Überfällen, Sachbeschädigungen und Belästigungen durch eine Gruppe Jugendlicher – wie berichtet vornehmlich im Bereich der Haltestelle Brabeckstraße – haben sich am Dienstag Vertreter aller Fraktionen unter Vorsitz von Bezirksbürgermeister Manfred Benkler mit Experten von Polizei, Jugendeinrichtungen und dem Kommunalen Sozialdienst getroffen, um nach Lösungen zu suchen. Vorläufiges Fazit des „Runden Tisches“: Zumindest in den vergangenen Wochen hat sich die Situation etwas entspannt. Gründe sind nicht nur die kühle Witterung, sondern vor allem die intensiven Polizeikontrollen an den bekannten Treffpunkten und die Festnahme des vermutlichen Anführers der Gruppe, der zurzeit in Hameln in Haft sitzt.

„Der Schock der Festnahme war groß. Die Jugendlichen haben gelernt, dass es Konsequenzen hat, wenn sie Regeln nicht einhalten“, sagte Lilian Klinke vom Jugendzentrum Bemerode. Die Beamten hätten richtig agiert, als sie den 16-Jährigen vor den Augen seiner Mitstreiter festgenommen habe, bestätigte Harry Winkel von der Jugendgerichtshilfe. Die Polizei geht davon aus, dass der Jugendliche der Rädelsführer der Gruppe ist. Dazu gehörten etwa 20 bis 30 junge Leute im Alter von 13 bis 19 Jahren, die überwiegend osteuropäische Wurzeln haben, erläuterte Martin Zahel von der Polizeiinspektion Süd. Wie viele Vorfälle tatsächlich auf das Konto der jungen Leute gehen, sei nur schwer einzuschätzen, denn gemeldet wurde wohl „nur ein Bruchteil“.

Die Polizei könne aber nur reagieren, wenn sie unter der Telefonnummer 1093615 auch informiert würde, betonte Friedrich Stönner, Leiter der Polizeistation Bemerode. Dass die Zahl der aktenkundigen Vorfälle überhaupt nicht mit dem subjektiven Empfinden vieler Bemeroder zusammenpasse, stellten auch die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien klar. Vor allem die Bezirksratssitzung im Dezember machte dies deutlich. Die Intensität, mit der die Bürger ihre Ängste und gefährliche Situationen geschildert hätten, habe „betroffen gemacht“, sagte Benkler.

In der nächsten Sitzung des Bezirksrats Kirchrode-Bemerode-Wülferode werden die Ergebnisse des Zusammentreffens öffentlich vorgestellt. Das Gremium tagt am kommenden Mittwoch, 10. Februar, ab 18.30 Uhr im Rathaus Bemerode, Bemeroder Rathausplatz 1.

[Sandra Schütte]

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