Badespaß und Training: An den Wochenenden nutzen viele Kinder und auch die Taucher das Anderter Hallenbad.
Im Ausnahmejahr 2007 konnte die TSV-Betriebsführungsgesellschaft davon profitieren, dass das benachbarte Hallenbad in Misburg wegen Umbauarbeiten geschlossen blieb. Zahlreiche Misburger nutzten das Anderter Schwimmbecken als Ausweichquartier, und viele von ihnen wurden zu Stammgästen.
Für Geschäftsführer Jürgen Winter ist die gute Bilanz ein Zeichen dafür, dass die Weichen richtig gestellt sind: „In diesem Jahr werden wir versuchen, die Attraktivität unseres Schwimmbad noch zu steigern.“ Seit der Übernahme im Jahr 1990 hat der TSV, der damals die Betriebsführungsgesellschaft gründete, die Modernisierung von Anlage und Technik kontinuierlich vorangetrieben. Zunächst kamen gut 50.000 Besucher pro Jahr, dann für einen längeren Zeitraum um die 65.000, und seit 2003 geht es beständig aufwärts.
Ende der achtziger Jahre schienen die Tage des Anderter Bads schon gezählt. Die Stadt wollte die 1974 vom damaligen Landkreis Hannover übernommene Einrichtung schließen, weil zu viele städtische Bäder rote Zahlen schrieben. In privater Regie konnte das Bad am Eisteichweg überleben: Die Stadt ist Eigentümerin geblieben und unterstützt den TSV mit einem Zuschuss zu den Betriebskosten. „Als die Stadt noch zuständig war, gab es hier sieben Planstellen“, berichtet der Geschäftsführer. „Jetzt haben wir nur eine, nämlich meine, und darüberhinaus sind nur nebenberufliche Mitarbeiter beschäftigt.“
Nicht nur für die Hobby-Badegäste erwies sich die neue Lösung als glücklich, auch die TSV-Schwimmabteilung mit den Schwimm- und Wasserballmannschaften hatte ihr Domizil gerettet. Sogar Deutsche Meisterschaften im Wasserball wurden im Anderter Bad schon ausgetragen. Seine sportlichen Aktivitäten hat der TSV weiter ausgebaut: Auch Tauchen und Kanu-Polo stehen auf dem Programm. Die Zukunft der Einrichtung sieht Geschäftsführer Winter in der Jugend: Schon im vorigen Jahr haben 12.000 Schüler das Bad besucht. An dem Programm „Schule und Verein“ nahmen Jungen und Mädchen von neun Schulen teil, die in 27 Arbeitsgemeinschaften Schwimmunterricht erhielten. „Bei der Organisation sind wir der verlängerte Arm der Landesschulbehörde“, sagt Winter nicht ohne Stolz. Künftig möchte die Betriebsführungsgesellschaft an den Nachmittagen noch mehr Kinder betreuen und ihnen eine sinnvolle Sportmöglichkeit bieten. Deshalb sucht der TSV das Gespräch mit Ganztagsschulen. „Wir haben schon einen Mensabetrieb, und wir wollen auch noch Schularbeitenhilfe anbieten“, erläutert Winter.
An den Wochenenden wird etwas ganz Besonderes geboten: Für einen Kindergeburtstag, einen Betriebsausflug oder eine Familienfeier vermietet die Betriebsführungsgesellschaft das komplette Bad und stellt auch noch einen Mitarbeiter als Animateur für die „Poolparty“ ab. Dieser Spaß kostet 77,35 Euro für zwei Stunden. „Wir möchten, dass möglichst viele Menschen in unser Bad kommen“, meint Winter. Die Rechnung geht auf: Das Angebot nutzen 120 Gruppen pro Jahr.
Für den öffentlichen Betrieb ist das Anderter Hallenbad, Eisteichweg 7-9, montags bis freitags von 6 bis 8 Uhr geöffnet; donnerstags kommen Schwimmer zusätzlich auch von 17 bis 21 Uhr zum Zuge, sonnabends von 7 bis 14 Uhr. Eine Einzelkarte kostet 3,20 Euro, ermäßigt 1,90 Euro; die Zehnerkarte ist für 26,50 Euro, 16 Euro, zu haben. Für eine Halbjahreskarte zahlen Schwimmer 115 Euro, ermäßigt 69 Euro; Familien bezahlen für eine Halbjahreskarte 161 Euro, ermäßigt 96 Euro.
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