Noch werden in dem Laher Baugebiet „Alte Gärten“ Muster von Gartenhäusern ausgestellt. Sie sollen Bürogebäuden und einem Nahversorger Platz machen.
Lahe. Bisher war ein großer Nahversorger im Gewerbegebiet an der Kirchhorster Straße in Lahe nicht erlaubt. Stattdessen wollte die Stadt dort Büros und Verwaltungsgebäude ansiedeln. Doch die lassen auf sich warten, das Bauland liegt nach wie vor weitgehend brach. Nun ändert die Stadt ihre Strategie für das Gebiet am Stadtfriedhof Lahe: Ein neuer Bebauungsplan soll den Bau höherer Bürogebäude und eines Nahversorgungszentrums ermöglichen. Es gibt bereits Interessenten; diese halten sich mit konkreten Plänen aber noch zurück.
Bisher hatte die Stadt die Ansiedlung eines Nahversorgers nicht gewünscht, weil sie befürchtetet, dass dies „in den benachbarten Stadtteilen zu negativen Entwicklungen führen könnte“. Noch 2008 hatte sie deshalb eine Bauvoranfrage für ein eingeschossiges Einzelhandelszentrum mit Kundenparkplatz an der Kirchhorster Straße zurückgewiesen.
Seit der Rat im Jahr 2010 ein neues Einzelhandelskonzept für die Landeshauptstadt beschlossen hat, ist in dem Gewerbegebiet in Lahe die Ansiedlung eines Einzelhandelszentrums nun grundsätzlich möglich – wenn es sich auf die Nahversorgung beschränkt. „Es gibt bereits einige Planungen und Interessenten“, sagt Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg. Ihm seien zwei mögliche „Einzelinvestoren aus dem gewerblichen Bereich“ bekannt. Bisher wollten diese mit ihren Plänen jedoch nicht an die Öffentlichkeit. „Ich gehe davon aus, dass dies in der nächsten Zeit geschieht“, meint Grunenberg.
Das Baugebiet an der Kirchhorster Straße mit dem Namen „Alte Gärten“ soll nach den aktuellen Planungen der Stadt eine Gesamtfläche von 3200 Quadratmeter für die gewerbliche Nutzung haben. Vorrangiges Ziel der Planung ist es jedoch, dort mehrgeschossige Büro- und Verwaltungsgebäude zu errichten. Möglich sind aber auch andere Nutzungen wie Hotels oder hotelartige Betriebe, Alteneinrichtungen, Dienstleistungsunternehmen, ein Ärztehaus, Einrichtungen für gesundheitliche Zwecke oder Einzelhandelsbetriebe mit darüberliegenden Wohnungen. „Es ist sinnvoll und zweckmäßig, in derart verkehrsgünstig gelegenen Bereichen publikums- und arbeitsplatzintensive Nutzungen wie Büros und Verwaltungen anzusiedeln“, finden die Stadtplaner.
Der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide hat ein anderes Ziel: „Uns geht es in erster Linie darum, dass sich dort ein Nahversorgungszentrum entwickelt“, sagt Grunenberg. Die Laher Bürger müssten zum Einkaufen bisher entweder nach Bothfeld oder nach Altwarmbüchen fahren. Für die rund 1700 Bewohner des Stadtteils sei das keine zufriedenstellende Situation.
Diese Meinung teilen aber nicht alle Bewohner des Stadtteils. Ein Anwohner kritisierte im Rahmen der öffentlichen Beteiligung, dass die Bebauung an der Kirchhorster Straße für den Stadtteil nicht erforderlich sei. Die gute Anbindung an die Stadtbahn ermögliche es auch nicht motorisierten Bewohnern, sich schnell und einfach mit allen Dingen zu versorgen. Zudem würde die geplante Bebauung den Charakter des Stadtteils nachhaltig negativ verändern. Lahe sei geprägt von Wiesen und Feldern und dem Landschaftsschutzgebiet. Das sieht die Stadtverwaltung anders: „Durch die nun geplante erste Änderung des Bebauungsplans werden keine neuen Flächen überplant. Ein weiterer Eingriff in die Natur findet somit nicht statt.“ Das sieht auch der Rat so; er hat der Bebauungsplanänderung bereits zugestimmt.
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