Das Einkaufszentrum Tempelhofweg im Sahlkamp ist nicht mehr zeitgemäß, es soll abgerissen werden.
Sahlkamp. Das neue Nahversorgungszentrum soll im Erdgeschoss eine Verkaufsfläche von insgesamt 1100 Quadratmetern erhalten. 800 Quadratmeter sind für einen Lebensmittelmarkt vorgesehen, die übrigen 300 Quadratmeter für weitere Läden. Im Obergeschoss soll Platz unter anderem für Büros und Arztpraxen sein. Der Neubau wird sich zur Straße Kugelfangtrift hin ausrichten. Dort soll auch eine der beiden Zufahrten zum neuen Parkplatz mit 30 Stellplätzen eingerichtet werden. Eine weitere Zufahrt wird vom Kreuzungsbereich zu den Stellflächen führen. Weitere Parkplätze sind an den Straßen Tempelhofweg und Lankwitzweg vorgesehen. Über den Parkplatz werden auch die Fahrzeuge fahren, die die Waren anliefern. „Auf der Nordseite am Lankwitzweg wird es keinerlei Schallemissionen durch Anlieferungen geben“, versprach Stadtplaner Uwe Holland in der Bezirksratssitzung. Ein Schallgutachten stehe aber noch aus.
Das Einkaufszentrum Tempelhofweg stammt noch aus den 1960er Jahren und befindet sich nach Einschätzung der Stadtverwaltung in einem schlechten baulichen Zustand. Außerdem sind die Läden für heutige Ansprüche viel zu klein. Das größte Geschäft hat gerade einmal eine Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern – das entsprach zur damaligen Zeit der üblichen Größe für einen Einkaufsmarkt. Inzwischen benötigen Geschäfte aber mindestens eine doppelt so große Verkaufsfläche.
Der Bauherr für das geplante neue Einkaufszentrum ist Jens-Uwe Großmann. Sein Vater habe seit vielen Jahren mehrere Parzellen in der Ladenpassage besessen, sagt der 42-Jährige. Diese habe er nun übernommen. Insgesamt hatte es zehn verschiedene Eigentümer gegeben, bevor Großmann den Streubesitz endlich aufkaufen konnte. „Das ganze Einkaufszentrum funktioniert so nicht mehr“, sagt Großmann. Der bauliche Zustand sei schlecht, die Ladenlokale könnten nicht zu größeren Einheiten zusammengelegt werden. „Außerdem ist das Zentrum für die meisten nicht wahrnehmbar.“ Damit künftig auch der Durchgangsverkehr darauf aufmerksam wird, soll es zur Kugelfangtrift nun offener gestaltet werden. Großmann erhofft sich von dem Neubau einen positiven Impuls für die gesamte Umgebung. „Ich habe früher im Lankwitzweg gewohnt und bin im Einkaufszentrum Tempelhofweg groß geworden“, sagt er. Er fühle sich immer noch sehr mit dem Sahlkamp verbunden.
Nach den aktuellen Planungen soll das neue Gebäude in mehrere Abschnitten gebaut werden. Die Polizeistation könne während der Bauphase weiterhin geöffnet bleiben, sagt Großmann. Als neuen Hauptmieter konnte er bereits einen Nahversorger gewinnen. Über die weiteren Geschäftsräume wird noch verhandelt – auch mit den aktuellen Mietern. „Einige werden bleiben“, sagt Großmann.
Zurzeit sind außer dem Schnäppchenmarkt „Sudi“ ausschließlich kleinere Dienstleister wie ein Kiosk, ein Imbiss, eine Fahrschule und eine Änderungsschneiderei im Tempelhofweg ansässig. Ein weiterer Raum wird für die kirchliche Jugendarbeit genutzt. Einen Lebensmittelmarkt gibt es in der Ladenpassage seit vielen Jahre nicht mehr. Als letzter Ankermieter hatte 2010 die Drogeriekette Schlecker ihre Filiale im Ladenzentrum aufgegeben.
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