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Isernhagen-Süd

Bundeswehr will Übungsareal öfter nutzen

Oberstleutnant Ottmar Strehler hat in einer Veranstaltung des Bürgervereins zur Zukunft des Übungsplatzes zwischen Isernhagen-Süd und Langenhagen darauf hingewiesen, dass die Bundeswehr das Gelände wieder verstärkt für Übungen nutzen wolle.
Die Bundeswehr will das Übungsareal in Isernhagen-Süd wieder verstärkt nutzen.

Vor allem bei Hundehaltern ist das Übungsareal in Isernhagen-Süd beliebt.

© Sellner

Der Bundeswehr-Übungsplatz ist bei Hundehaltern und Joggern sehr beliebt. Bislang war die Bundeswehr hier eher selten zu sehen, doch nun will sie seine Übungen auf dem Gelände wieder verstärken. Strehler widersprach zunächst dem Gerücht, dass der Platz gänzlich gesperrt werden soll. Nach wie vor würden jedoch strikte Regeln für die Allgemeinheit gelten, betonte er. Sei die rote Fahne aufgezogen, dürfe grundsätzlich kein Zivilist das Gelände betreten. Außerhalb dieser Zeiten dürfe niemand die befestigten Wege verlassen, und Hunde seien an der Leine zu führen. „Erst Anfang August haben wir auf dem Platz fast 100 Kilo alte, aber immer noch gefährliche Munition gefunden“, warnte Strehler.

In der Runde war längst das Raunen der Hundehalter zu vernehmen, die in der Versammlung deutlich in der Mehrheit waren. „Wissen Sie überhaupt, was man einem Hund antut, der nur an der Leine laufen darf?“, rief erbost ein älterer Herr. Die meisten Hundehalter allerdings wollten weiter auf den gewohnten Graswegen gehen. Viele befürchten, dass sie und ihre Tiere gegenüber anderen Nutzern des Platzes Nachteile haben. „Warum darf hier einmal im Jahr die Hubertusjagd durchreiten?“ fragte etwa Anwohner Klaus Noreikat. Auch eine Schafherde, Jogger und gar Rettungshundestaffeln wurden als Nutzer ins Feld geführt. Der Oberstleutnant verwies auf einzelne Verträge, die es mit den Hundestaffeln etwa des Roten Kreuzes oder des Technischen Hilfswerks gebe.

Doch es gab auch einige Vorschläge zur Lösung des Problems: Anwohner Hans-Heinrich Brühl zum Beispiel regte an, am Rande der Wohnbebauung von Isernhagen-Süd ein Stück des Übungsgeländes freizugeben. „Dort könnten sich die Hunde austoben, bevor man sie wieder an die Leine nimmt“, sagte Brühl. Strehler indes griff einen anderen Vorschlag aus dem Publikum auf: An einem der Hauptzugänge zum Gelände könnte ein Schaukasten aufgestellt werden, in dem über die Übungszeiten informiert wird. Ebenfalls denkbar sei ein Hinweis im Internet.

Anwohner Hartwig Scholz betonte, dass auch „Nicht-Hundehalter unbedarft auf dem Übungsgelände spazieren gehen“ wollen. Er habe zudem beobachtet, dass mehr als die Hälfte aller Hundehalter aus anderen Stadtteilen oder der Umgebung mit dem Auto zum Übungsplatz komme. Beim Zugang an der Großen Heide werde häufig dicht an dicht geparkt.

Strehler kündigte an, dass der Standortübungsplatz bei Isernhagen-Süd unter anderem wegen der Verlegung der Feldjägerschule nach Hannover künftig wieder intensiv genutzt werden soll – auch während der Brut- und Setzzeit, da es für die Bundeswehr diesbezüglich keine Auflagen gebe. Auch Wochenend- und Nachtübungen fänden künftig auf dem Übungsplatz statt. Und damit näherte sich bereits das nächste Problem. „Wie viel Lärm müssen wir dann hier eigentlich ertragen?“, fragte Marianne Mollnau. Mit Panzern werde auf dem Platz nicht gefahren, erwidert der Oberstleutnant. Aber das Schießen werde sicher zu hören sein.

Gerda Valentin


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