Die Polizei Hannover stellte die drei Metalldiebe auf frischer Tat.
Metalldiebe haben auf dem Gelände des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs 500 Meter unterirdisch verlegtes Kupferkabel ausgegraben, zersägt und für den Abtransport vorbereitet. Ein 39-jähriger Zeuge hatte die drei Männer am Dienstag beobachtet und die Polizei informiert. Beamte des Polizeikommissariats Nordstadt konnten die drei Täter kurz darauf festnehmen.
Die Männer haben bisher jede Aussage verweigert; wie lange die zwei Polen und ihr Komplize aus der Slowakei schon auf dem Gelände zu Gange waren und im Boden nach den Strängen aus Edelmetall suchten, ist deswegen nicht bekannt. Die Spuren deuten aber darauf hin, dass sie sich bereits vor Tagen in einer leer stehenden Hütte auf dem Gelände eingerichtet haben könnten. Mit Schaufeln legten sie die alten Fernmeldekabel auf einer Länge von knapp 500 Metern frei, durchtrennten die etwa zehn Zentimeter dicken Stränge mit einem Seitenschneider und schleppten die Beute in ihre provisorische Unterkunft. Dort entfernten sie die Ummantelung, zersägten die Kabel in handliche Stücke und verstauten ihre etwa 200 Kilogramm schwere Beute in Taschen. In Zeiten knapper Rohstoffe ist das Geschäft mit Edelmetallen lukrativ: „Derzeit liegt der Kilopreis bei etwa sechs Euro“, sagte Polizeisprecher Tobias Giesbert.
Ein Richter verurteilte einen der Männer am Mittwoch in einem beschleunigten Verfahren zu fünf Monaten Haft, seine beiden Komplizen bekamen Bewährungsstrafen von je drei Monaten. Alle drei sind den Beamten bereits wegen Eigentumsdelikten bekannt.
In den vergangenen Monaten haben Metalldiebe immer wieder für Aufsehen gesorgt. Im Juni machten sich unbekannte Täter an mehreren Skulpturen auf dem Friedhof Engesohde zu schaffen. Die Polizei hat die Ermittlungen in diesem Fall inzwischen eingestellt. Trotz zahlreicher Finger- und Schuhabdrücke, die gefunden wurden, konnten die Beamten die Metalldiebe nicht überführen.
Landesweit registriert die Polizei einen deutlichen Anstieg der Metalldiebstähle. Nahmen die Beamten im Januar 2010 in ganz Niedersachsen lediglich 36 Taten dieser Art auf, waren es ein halbes Jahr später bereits knapp 150.
Zuletzt war ein Vater im November gemeinsam mit seinem 14-jährigen Sohn losgezogen, um Edelstahlrohre vom Gelände der Firma Honeywell in Seelze abzutransportieren. Gemeinsam hievten sie die Beute mit einem Gewicht von mehreren Hundert Kilo auf einen Lastwagen, dann wurde der Wachdienst auf die Täter aufmerksam.
vmd
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