Alles selbst gebaut: Karl Ochs im Kugelstoßring. Im Hintergrund ist die Hammerwurf-Anlage zu sehen.
Treibende Kraft der Unternehmenung ist Spartenleiter Karl Ochs. Für das Wochenende hatte sich der ehemalige Sportlehrer den Aufbau der Weitsprunganlage vorgenommen. „Der MTV Herrenhausen war früher eine Mehrkampf-Hochburg“, erzählt Ochs. In den sechziger, siebziger und achtziger Jahren gehörte der MTV zur norddeutschen Spitze. Doch 1985 verließ Ochs im Streit den Verein; die Leichtathletiksparte wurde vernachlässigt, und die Anlage verwitterte. Mittlerweile hat er seinen Frieden mit dem MTV geschlossen. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet Ochs mit vielen Mitstreitern aus dem Verein daran, die Anlage wiederaufzubauen. „Vor allem der zweite Vorsitzende Horst Zimmermann hat sich sehr verdient gemacht“, lobt Ochs.
Große Teile der Wurfanlage sind schon fertiggestellt: Eine Anlaufbahn für Speerwurf, zwei Ringe für Kugelstoßen, einer für Diskuswurf und einer für Hammerwurf. Neben einer Weitsprunganlage soll noch ein weiterer Ring für Diskuswurf gebaut werden. Karl Ochs organisiert und baut das alles in Eigenarbeit: „Ich bin gelernter Schlosser, das kommt mir natürlich zugute.“ Er verlegt die Steine, schweißt den Ring und baut sogar das Schutzgitter, das die Wurfgeräte auffängt, falls sie mal nach hinten losgehen. „Wenn man sich überlegt, was das allein an Arbeitskosten betragen würde – das könnte sich der Verein nicht leisten.“
Karl Ochs lebt für den Sport. Nach seiner Arbeit als Schlosser ging er zum Bundesgrenzschutz. Auf dem zweiten Bildungsweg studierte er Lehramt und wurde Sportlehrer an der Goetheschule. „Damals gab es eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem MTV und der Schule“, erzählt der 72-Jährige. „Wir haben zahlreiche Talente an der Schule entdeckt und die haben wir beim MTV gefördert.“ Er sei stolz darauf, dass noch heute acht ehemalige Goetheschüler in seinem Verein aktiv sind. Auch heute würde er gern wieder mit seiner ehemaligen Schule zusammenarbeiten: „Ich versuche, eine Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit der Schule aufzubauen.“ So sollen die Schüler zur Leichtathletik gebracht werden.
Karl Ochs selbst ist immer noch sportlich aktiv. Aber das ist nicht alles: Er organisiert auch Wettkämpfe und zeigt sich besonders stolz darüber, dass der MTV im kommenden Jahr die niedersächsischen Landesmeisterschaften im Wurf-Mehrkampf der Altersklassen ab M 30 ausrichten kann. Die Zusage kam vor wenigen Wochen. Bei dem Wettkampf, zu dem Speer, Hammer, Gewichtswurf – das ist Hammerwurf mit kurzer Schlaufe –, Kugel und Diskus gehören, erwartet Ochs 60 bis 80 Teilnehmer. Der Wettkampf wird am 30. April 2011 stattfinden. Außerdem plant er jedes Jahr ein Vereinssportfest, Vereinsmeisterschaften sowie zwei Werfertage. Noch in diesem Jahr treffen sich Sportler zu solch einem Werfertag: Diskus, Hammer und andere Wurfgeräte werden am Sonnabend, 2. Oktober, über den neuen Platz fliegen.
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