Im früheren Rathaus kann man sich inmitten von 1000 Büchern zum Schmökern niederlassen.
Offene Bücherschränke haben sich mittlerweile in der gesamten Stadt etabliert. In Vinnhorst aber steht den Bürgern jetzt ein ganz besonderer Bücherschrank zur Verfügung. Denn er ist überdacht, beheizt, und es gibt zum Buch sogar einen heißen Kaffee. Weil die Kulturgemeinschaft Vinnhorst eine Mitarbeiterin fest angestellt hat, kann die Bücherei nun regelmäßig öffnen.
In den Räumen der ehemaligen Stadtteilbücherei im früheren Rathaus Vinnhorst können ab dem morgigen Freitag, 7. Januar, an Werktagen Bücher entnommen und gespendet werden. Die provisorische Bücherei befindet sich schon länger in den Räumen, allerdings öffnete sie bislang nur sporadisch. Die Idee zu der Bibliothek war entstanden, nachdem die Stadt 2003 ihre Pläne bekanntgegeben hatte, die Stadtteilbücherei zu schließen. So wollte die Verwaltung damals Kosten zu sparen.
Nachdem Vinnhorster Bürger und Institutionen vergeblich gegen das Ende der Bücherei protestiert hatten, nahm sich die im Jahr zuvor gegründete Kulturgemeinschaft Vinnhorst der Sache an. Sie nutzte die Räume gemeinsam mit dem damals noch existierenden Kulturbüro für ihre Veranstaltungen. Die Kulturgemeinschaft konnte die fest eingebauten Möbel der Stadtteilbücherei nutzen, und so entstand die Idee, mit einer offenen Bücherei zu beginnen und in Vinnhorst für Bücherspenden zu werben. „Der Erfolg des Aufrufs war überwältigend, in kurzer Zeit kamen von privaten Spendern Hunderte von Büchern zusammen“, erinnert sich Petra Schulz, die als Mitarbeiterin der Kulturgemeinschaft auch für die Bücherei verantwortlich zeichnet.
Das Prinzip gleicht „normalen“ offenen Bücherschränken. Jeder kann sich Bücher nehmen oder andere hineinstellen oder beides – und das alles ohne Leseausweis. „Ich finde es erstaunlich, dass so viele gute Bücher hier in den Regalen stehen“, sagt Petra Schulz. Mehr als 1000 Exemplare stehen den Vinnhorstern derzeit zur Verfügung. Das können Lesefans nun regelmäßig genießen. Bislang öffnete die Bücherei nur, wenn die Kulturgemeinschaft zu Veranstaltungen geladen hatte. „Jetzt ist es möglich, montags bis freitags zwischen zehn und 14 Uhr Bücher zu lesen, mit nach Hause zu nehmen und Lesestoff zu spenden.“
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