Die Solarplatten sind auf den Dächern mehrerer Häuser in der Halleschen straße fixiert.
Auf mehr Licht als Schatten hofft in Zukunft die Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH) in Vahrenheide. Denn auf den Dächern ihrer Häuser in der Halleschen Straße 18 bis 32 wandelt nun eine Photovoltaikanlage Sonnenlicht in Energie um. Mit einer Länge von 113 Metern ist sie die größte auf Hannovers Wohnhäusern.
Vier Wochen hat es gedauert, dann war die Anlage fertig. Die Gesamtleistung der zwei gleich großen Felder auf den Dächern beträgt 73,44 Kilowatt Peak. Dieser Spitzenwert gibt die Leistung an, die ein Solarmodul bei voller Sonnenbestrahlung erreicht. Mit 61.000 Kilowattstunden erneuerbarer Energie pro Jahr können rund 30 Haushalte versorgt werden. Zum Vergleich: Die größte Photovoltaikanlage der Stadt, die auf dem Gelände der Firma AS Solar an der Nenndorfer Chaussee in Bornum steht, ist mehr als doppelt so groß. „Rein rechnerisch können wir damit 80 Haushalte mit Strom versorgen“, hatte AS-Solar-Geschäftsführer Gerd Pommerien bei der Eröffnung im vergangenen Jahr gesagt.
Die Anlage in Vahrenheide hat rund 260.000 Euro gekostet. Eine Investition in den Umweltschutz: „Im Rahmen der Klima-Allianz muss der CO²-Ausstoß reduziert werden“, sagte GBH-Geschäftsführer Dieter Cordes während der Eröffnung. Bis 2020 sollen im Stadtgebiet 40 Prozent weniger klimagefährdende Treibhausgase ausgestoßen werden als noch im Jahr 1990. Allein das Photovoltaik-Projekt in der Halleschen Straße spart jährlich 60 Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid ein. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff. Ihn freue besonders, dass mit der Firma „Corona-Solar“ aus Hannover ein regionales Unternehmen den Auftrag bekommen hatte, die Anlage zu bauen.
Weitere Solaranlagen in Hannover sollen folgen. „Eine Million Quadratmeter Solarkollektoren sind bis 2020 auf den Dächern Hannovers geplant – auch auf städtischen Gebäuden“, kündigte Mönninghoff an. Andere alternative Energiequellen finden sich in Form von Solarthermieanlagen in der Magdeburger Straße 2 und in der Olbersstraße 9.
Kritik am Klimakonzept äußerte Siegfried Reinisch, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft Vahrenheide-Sahlkamp eG (VASA). Der Bauingeneur hält den Energieaufwand, der für die Herstellung von Solarzellen benötigt wird, für zu hoch. Auch dadurch werde die Umwelt belastet. „Deshalb ist es keine Lösung, alle Häuser mit Solarplatten zu versehen.“ Alternativ schlägt er Blockheizwerke als Energiequelle der Zukunft vor.
Viktoria Hübner
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