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Nördliche Stadtteile

Bund bremst soziale Projekte in Hannover aus

Auf dem Frühjahrsempfang des Bezirksrats Nord sind Kürzungen bei Wohnungssanierungen ein Thema. Für das Einkaufszentrum „Neue Mitte Vinnhorst“ fließen immerhin wie geplant 450.000 Euro.
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Der Fanfarenkorps Hannover von 1973 begleitete den Empfang musikalisch.

© Schwarzenberger

John Denver besang einst mit „Country Roads“ die Vorfreude auf die eigene Heimat. Aus dem Song machte das Fanfarenkorps Hannover von 1973 am Sonntag ein kräftig dahinrollendes Eröffnungsstück für den Frühjahrsempfang des Bezirksrats Nord. Gut 100 Besucher – Politiker, Kirchen- und Vereinsvertreter sowie Anwohner – waren der Einladung von Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke in den Saal der Vinnhorster Mehrzweckhalle gefolgt. Um Heimatgefühle und die Gestaltung einer „Wir-Gemeinschaft“ ging es in Geschkes Rede. Aber auch um so manche Schattenseite.

„Mit diesem Empfang ehren wir auch engagierte Bürger“, betonte die Bezirksbürgermeisterin. Es gebe eine Vielzahl von Projekten und Institutionen, die sich um das Wohl von Menschen im Stadtbezirk kümmerten. Sportvereine und Kirchengemeinden listete sie ebenso auf wie den jüngst ins Leben gerufenen Mittagstisch Vinnhorst. Geschke lobte die Ortsfeuerwehr Vinnhorst, zu deren Jugendwehr neuerdings die Kindergruppe „Firekidz“ gehört. Trotz dieser Vielfalt im Stadtbezirk gebe es aber seit Jahren keine Vorschläge mehr für den Bürgerpreis, den der Bezirksrat erstmals 2005 vergab. „Das ist schmerzlich“, sagte Geschke. Deshalb sei in den vergangenen Jahren kein Bürgerpreis verliehen worden.

Darüber hinaus werden den Stadtbezirk große Bauvorhaben beschäftigen, die zwar seit Langem geplant sind, deren Finanzierung aber zum Teil überprüft werden mussten. Denn die jüngst von der Bundesregierung verkündeten Einsparungen bei städtebaulichen Förderprogrammen wirken jetzt wie Bremsklötze. „Dabei haben wir doch in der Nordstadt gesehen, dass gute Dinge in Bewegung gesetzt werden können“, sagte Geschke. Der Bund hatte das Programm „Soziale Stadt“, aus dem auch Sanierungsvorhaben in Hainholz gefördert werden, auf weniger als ein Drittel gekürzt. Für Hainholz bleiben in diesem Jahr rund 450 000 Euro übrig, beantragt waren fast 1,1 Millionen Euro. „Das bedeutet weniger Geld für soziale Projekte“, kritisierte Alptekin Kirci, ehemaliger Bezirksbürgermeister und heute SPD-Ratsherr. Auch Wohnungssanierungen bleiben wohl vorerst aus.

Immerhin habe der Rat der Stadt noch einige Restmittel aus dem vorigen Jahr zusammengekratzt, sagte Kirci. Gut 220.000 Euro sollen in die „Grüne Mitte Hainholz“ fließen. Und im Juni erfolgt die Grundsteinlegung für das neue Familienzentrum an der Voltmerstraße. Für das Einkaufszentrum „Neue Mitte Vinnhorst“ fließen immerhin wie geplant 450.000 Euro. Das Geld kommt aus dem Programm „Stadtumbau West“ und dient unter anderem für den Umbau der Sportanlage des BV Werder, um für das Nahversorgungszentrum den nötigen Platz zu schaffen. Fahrradpiktogramme sollen künftig helfen, die unübersichtliche Verkehrslage am Engelbosteler Damm zu entwirren (der Stadt-Anzeiger berichtete). Sie sollen am Sonnabend, 18. Juni, aufgetragen werden.

Verwirklicht wird am selben Tag, um 11 Uhr, auch ein Wunsch des Bezirksrats: „Es wird ein offener Bücherschrank am Engelbosteler Damm, Ecke Tulpenstraße aufgestellt“, verkündete Geschke. Seit Jahren werden solche gemeinschaftlich genutzten Freiluftbüchereien in etlichen Stadtteilen Hannovers aufgestellt. In der Nordstadt fehlt eine solche Einrichtung bislang.

Marcel Schwarzenberger


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