Noch ist der wilde Baustellenwagenplatz im Burgweg in Hainholz das Zuhause der Punker.
Hainholz. Die von der Stadt beschlossene Umsiedelung einer Bauwagengruppe nach Badenstedt sorgt für Zündstoff in dem Stadtteil. Der Bezirksrat fühlt sich von der Verwaltung bei der Entscheidung übergangen, die bislang freie städtische Fläche am Karl-Thürmer-Weg umzuwidmen. Anwohner des neu geschaffenen Areals für die Punks, die bislang am Hainhölzer Burgweg kampierten, befürchten massive Lärmbelästigungen durch die Hunde der neuen Nachbarn. Die Kleingärtner der angrenzenden Kolonie „Neues Leben“ sehen wegen der Bauwagen bereits eine Kündigungswelle ihrer Laubenpieper heranrollen.
Noch in dieser Woche sollen die ersten der insgesamt rund zwölf Wagen in Badenstedt aufgestellt werden. Die Stadt hat einen neuen Zaun rund um das Gebiet errichten lassen. Ein Wasseranschluss soll folgen. Die Aufregung um die Ansiedlung der Punks stößt bei der Verwaltung auf Unverständnis. Schließlich will die Stadt mit der Schaffung des neuen Platzes lediglich einem Wunsch der Bauwagenleute entsprochen haben: „Sie sind zur Bürgersprechstunde des Oberbürgermeisters erschienen und haben dort ihr Anliegen vorgebracht“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Der Platz am Burgweg sei inzwischen zu klein geworden. Außerdem stehe er bei jedem größeren Regenguss sofort unter Wasser. So lauteten nach Angaben der Verwaltung die Argumente der Punks. Das jetzt frisch eingezäunte Gelände sei sowohl mit Mitgliedern des Bezirksrats als auch mit den betroffenen Bauwagenbewohnern inspiziert worden. „Wir hatten zunächst Sorge, dass die Betroffenen den von zahlreichen Bahntrassen umgebenen Platz nicht annehmen würden“, berichtet Dix. Doch schließlich habe sich die Mehrheit der Bauwagenleute für das neue Zuhause ausgesprochen.
Kurz vor dem Umzug haben die Betroffenen allerdings ihre Meinung zu dem neuen Platz revidiert: „Wir wollen da nicht hin, das Gelände liegt viel zu weit außerhalb“, sagt ein Bauwagenbewohner, der sich Jamie Gray nennt. Er hat zumindest vorerst seine Pläne für einen Umzug ins Gleisdreieck von Badenstedt wieder verworfen.
Auch die CDU-Fraktion im Bezirksrat will sich mit der Entscheidung der Stadt nicht zufriedengeben. Sie hat der Verwaltung einen Fragenkatalog zukommen lassen. „Wir wollen wissen, was die Umsiedlung genau kostet, wie die Entscheidung zustande gekommen ist und welche Auswirkungen der Bauwagenplatz nach Ansicht der Stadt auf den Stadtteil haben wird“, sagt Oliver Kiaman, stellvertretender Bezirksbürgermeister.
Der Kleingartenverband Badenstedt, zu dem die betroffene Kolonie „Neues Leben“ gehört, will ebenfalls gegen die Bauwagengruppe vorgehen. „Besonders empört bin ich über die Tatsache, dass mit uns, den Betroffenen, noch kein einziges Wort seitens der Stadt gewechselt worden ist“, sagt Peter Stein, der erste Vorsitzende des Vereins. Er will so schnell wie möglich mit seinen übrigen Vorstandskollegen über das weitere Vorgehen in der Sache entscheiden. „Das können und werden wir nicht auf uns sitzen lassen“, kündigt Stein an.
Trotz der plötzlich angekündigten Bedenken der Bauwagenbewohner und der Kritik der Anwohner geht die Stadt bisher weiterhin davon aus, dass die ersten Wagen noch in dieser Woche in Badenstedt ankommen werden.
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