Unübersichtlich: Am Friederikenplatz haben mal Autofahrer, mal Radfahrer Vorfahrt.
Hannover. Als besonders kritisch bewertet der ADFC die Situation auf dem Rechtsabbiegerstreifen, der Autofahrer vom Friedrichswall auf das Leibnizufer führt. Zwei Radwege und ein Zebrastreifen kreuzen die Spur. Am ersten Radweg haben die Autofahrer Vorfahrt, wenige Meter dahinter liegt der Zebrastreifen, an dem die Autofahrer anhalten müssen. Dann folgt ein zweiter Radweg – und im Gegensatz zum vorderen Überweg besagt die Beschilderung an dieser Stelle, dass die Radfahrer Vorfahrt haben, die Autofahrer müssen warten. „Das ist absolut irreführend“, sagte am Montag Harald Hogrefe vom ADFC Region Hannover. Um weitere Unfälle zu verhindern, müsse am Friederikenplatz zügig gehandelt werden. Der ADFC schlägt deshalb vor, die beiden Radwege und den Zebrastreifen zusammenzufassen. „Der Radweg würde innen liegen, links und rechts davon jeweils ein schmaler Zebrastreifen“, sagte Hogrefe. Bei dieser Lösung sei für die Autofahrer klar erkennbar, dass sie anzuhalten haben. „Wir wissen aus anderen Städten, dass man mit dieser Kombination aus Radweg und Zebrastreifen in Bereichen mit hohem Verkehrsaufkommen gute Erfahrungen gemacht hat“, sagte Hogrefe.
CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk hatte bereits vergangene Woche im Bauausschuss vorgeschlagen, die drei Überwege zu einem kompakten Weg zusammenzulegen und diesen deutlich mit Blinklichtern zu markieren. Der ADFC weist daraufhin, dass es sich dabei nur um eine vorläufige Lösung handeln kann. „Die Verkehrsführung am Friederikenplatz gehört ganz grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt. Aber durch den kombinierten Überweg könnte die Situation vorläufig ohne Baumaßnahmen zügig entschärft werden“, sagte ADFC-Sprecher Hogrefe.
Ein 67-jähriger Radfahrer war Anfang des Monats auf dem Rechtsabbiegerstreifen in Richtung Leibnizufer von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Offenbar war dem Mann nicht bewusst gewesen, dass der Fahrer des Pkw vorfahrtberechtigt war. Einen Tag später starb ein 83-jähriger Mann, als er mit seinem Fahrrad den Friederikenplatz von der Lavesallee kommend in Richtung Landtag überqueren wollte. Nach bisherigen Erkenntnissen übersah der Rentner vermutlich das Rotlicht einer Ampel.
Als Unfallschwerpunkt gilt die Einmündung der Karmarschstraße in den Kreuzungsbereich. Im Jahr 2009 wurden dort 30 Radfahrer von Rechtsabbiegern erfasst. Die Unfallkommission hat deswegen bereits vor einiger Zeit empfohlen, den Abbiegerstreifen zurückzubauen. Die Stadtverwaltung wurde zunächst nicht aktiv. Nach den beiden Unfällen sagte Baudezernent Uwe Bodemann vergangene Woche zu, dass die Stadt am Friederikenplatz alle denkbaren Optionen diskutieren werde.
Auch im Zusammenhang mit dem Stadtentwicklungsdialog City 2020 gibt es Überlegungen, den Cityring im Bereich Friederikenplatz deutlich zu verschmälern. Die Idee ist, dass dem Autoverkehr auf dem Friedrichswall in Zukunft nur noch zwei Spuren je Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. Dadurch würde die Kreuzung deutlich entzerrt.
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