Bezirksrat und Bewohner weisen seit Jahren auf Gefahren am Fahrradüberweg hin. Nach zwei schweren Radfahrerunfällen der vergangenen Woche ist der Problemplatz auch im Mittwoch tagenden Bauausschuss Thema.
Hannover. Im Bezirksrat Mitte hat die neuerliche Aufregung über den Unfallschwerpunkt Friederikenplatz Verärgerung ausgelöst. „Wir haben mehr als einmal über diesen Platz gesprochen und Handeln gefordert“, sagte CDU-Politiker Joachim Albrecht: „Wir haben das Thema für die nächste Sitzung auf die Tagesordnung setzen lassen.“ Nach zwei schweren Radfahrerunfällen der vergangenen Woche ist der Problemplatz auch im Mittwoch tagenden Bauausschuss Thema.
Insbesondere die Verkehrsführung vom Friederikenplatz Richtung Leibnizufer verwirrt alle – Autofahrer wie Radfahrer. Autofahrer, die aus Richtung Aegi in Richtung der Nanas fahren, dürfen dort ohne Ampel abbiegen („freier Rechtsabbieger“). Dabei passieren sie zunächst ein Warnschild mit dem Hinweis „Achtung: Zwei Mal kreuzen Radfahrer“. Wer die Stelle genau kennt, weiß, dass zunächst ein Radweg kommt, bei dem Autofahrer Vorfahrt haben, dann ein Zebrastreifen für Fußgänger und dann ein rot markierter Radweg, bei dem die Radfahrer Vorfahrt haben. Beide Radwege dürfen von Radlern in beiden Richtungen genutzt werden – und weil Autofahrer mangels präziser Zeichen meist nicht wissen, dass sie Vorfahrt haben, halten sie meist an, wenn Radfahrer kreuzen. Inzwischen hat sich daher eingebürgert, dass viele Radfahrer auch am ersten Radweg geradezu Vorfahrt fordern – obwohl sie selbst eine eindeutig andere Beschilderung haben, die Autofahrer nicht erkennen können. Der Wirrwarr hat nun einen Unfall mit einem Schwerverletzten gefordert.
Weil einen Tag später wenige Meter weiter ein Radfahrer an derselben Kreuzung bei einer Kollision starb, wird die Verkehrsunfallkommission mit Experten den Friederikenplatz ohnehin in Kürze begutachten. Wobei es auch bei der Polizei heißt, dass der tödliche Unfall ersten Erkenntnissen zufolge ein tragischer Einzelfall war, bei dem wahrscheinlich ein übersehenes Rotlicht die Ursache war, während der Unfall am „freien Rechtsabbieger“ möglicherweise auch an einer zu komplizierten Beschilderung lag. „Die Stelle ist als schwierig einzustufen“, sagt Polizei-Verkehrsdezernent Thomas Buchheit.
Die Probleme sind lange bekannt. „Wir haben schon 2007/2008 moniert, dass die Radwegeführung nicht logisch genug ist“, sagt Martin Nebendahl, Fraktionschef der Grünen im Bezirk Mitte. Die Rats-Grünen haben bereits angekündigt, den vollständigen Rückbau der „freien Rechtsabbieger“ zu fordern. Autofahrer schätzen sie, weil sie meist für einen guten Verkehrsfluss sorgen. Bei Radfahrern und Fußgängern sind sie wegen der Gefahr gefürchtet.
Conrad von Meding
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