Ein 83-jähriger Mann ist am Donnerstagvormittag auf dem Friederikenplatz tödlich verunglückt.
Hannover. Der Friederikenplatz zählt zu den meistbefahrenen Kreuzungen im Stadtgebiet und gilt als Unfallschwerpunkt. Für Autofahrer, vor allem aber für Fußgänger und Radfahrer, ist die Situation häufig unübersichtlich. So übersah der Radfahrer am Donnerstag kurz vor der Kollision mit dem Opel offenbar das rote Licht einer Ampel. Der Senior war am Vormittag gegen 11 Uhr mit seinem Fahrrad auf dem Radweg an der Lavesallee unterwegs. Am Hauptstaatsarchiv wollte er den Friederikenplatz in Richtung Landtag überqueren. Nach ersten Erkenntnissen zeigte ihm die Ampel rotes Licht, dennoch rollte er auf die Fahrbahn. Ein 44-jähriger Opel-Fahrer, der auf der Straße Leibnizufer vom Königsworther Platz kommend in Richtung Neues Rathaus unterwegs war, konnte den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.
Bereits am Vorabend war es am Friederikenplatz zu einem Unfall gekommen. Ein 67 Jahre alter Radfahrer wollte die Kreuzung in Höhe des Landtags in Richtung Lavesallee überqueren. Dafür benutzte er den vorgesehenen Überweg, missachtete aber einen vorfahrtberechtigten Honda. „Der Hergang dieses Unfalls muss untersucht werden“, sagte gestern Thomas Buchheit, Verkehrsdezernent der Polizeidirektion Hannover. Er habe der Unfallkommission der Stadt einen Ortstermin empfohlen. Die Verkehrssituation an der Stelle ist unübersichtlich: Zwei Überwege – einer für Radfahrer und einer für Fußgänger – führen dort von der Seite des Landtags hinüber zum Hauptstaatsarchiv. Während die Autofahrer am Zebrastreifen anhalten müssen, sind sie am Radfahrerüberweg vorfahrtberechtigt. Ein Schild, das in Sichthöhe auf dem Radweg montiert ist, weist die Fahrradfahrer darauf hin.
Die Unfallkommission hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Friederikenplatz befasst. Als besonders kritisch bewerten die Experten die Einmündung der Karmarschstraße in den Kreuzungsbereich. Im Jahr 2009 wurden dort 30 Radfahrer von Rechtsabbiegern erfasst. Die Unfallkommission hat bereits vor einiger Zeit empfohlen, den Abbiegerstreifen zurückzubauen. Wann das geschehen soll, steht noch nicht fest. Auch im Zusammenhang mit dem Stadtentwicklungsdialog City 2020 gibt es Überlegungen, den Cityring in diesem Bereich zu verschmälern und die Kreuzung zu entzerren. Verkehrsdezernent Buchheit rät Radfahrern, stets einen Helm und Reflektoren zu tragen. Hinweise zu beiden Unfällen nimmt die Polizei unter Telefon (05 11) 1 09 18 88 entgegen.
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