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Neue Bürgermeisterin

Bezirksrat Mitte will mehr Bürgernähe

Die neue Bürgermeisterin Anne Bonfert (Grüne) im Stadtbezirk Mitte kündigt einige Veränderungen an. Die Bürger sollen häufiger im Bezirksrat mitdiskutieren, auch Bürgerfragestunden außerhalb der Sitzungen seien denkbar.
Die neuen Bürgervertreter für Mitte, Calenberger Neustadt, Oststadt und das Zooviertel.

Die neuen Bürgervertreter für Mitte, Calenberger Neustadt, Oststadt und das Zooviertel.

© Peters

Mitte. Der Bezirksrat Mitte will die neue, fünfjährige Ratsperiode nutzen, um mehr Bürgernähe zu praktizieren. Das kündigte die frisch gewählte Bezirksbürgermeisterin Anne Bonfert (Grüne) unmittelbar nach der Abstimmung an. „Ich hoffe, dass wir konzentrierte Arbeit miteinander leisten werden“, sagte Bonfert. In Anspielung darauf, dass das Gremium gelegentlich auch „Bezirksrat Mitternacht“ genannt wird, versprach sie, den „zeitlichen Rahmen etwas zu straffen“, dabei aber auch „bürgernäher und bürgerfreundlicher“ zu werden.

Gegenüber dem Stadt-Anzeiger berichtete Bonfert, die Mehrheitsfraktionen von Grünen und SPD hätten sich ein Arbeitsprogramm gegeben, das verschiedene Ansätze offen lasse. So sei etwa zu prüfen, ob die für den Bezirksrat gültige Geschäftsordnung so ausgenutzt werden könne, dass Einwohnerfragen zu einzelnen Tagesordnungspunkten möglich werden – bisher dürfen Bürger stets nur zu Beginn Fragen stellen. Zudem könne über häufigere Bürgerfragestunden auch außerhalb der Sitzungen nachgedacht werden. „Wir werden uns aber auch mit den anderen Fraktionen abstimmen“, sagt Bonfert.

Die 29-jährige Kulturwissenschaftlerin wohnt mit ihrem zweijährigen Sohn und ihrem Lebensgefährten, dem Grünen-Landesvorsitzenden Jan Haude, im Warmbüchenviertel am Südrand des Stadtbezirks. Sie promoviert derzeit an der Universität Hildesheim und arbeitet als freischaffende Künstlerin des Ensembles „Fräulein Wunder AG“.

Der Bezirksrat wählte sie überraschend mit 13 Ja-Stimmen – zwei mehr, als die rot-grüne Mehrheit hat. Das Gremium setzt sich aus je sechs Grünen- und SPD-Politikern und vier CDU-Politikern zusammen. Ohne Fraktionsstatus sind Einzelvertreter von FDP, Linken und Piraten vertreten. Michael Sandow (SPD) setzte sich bei der Wahl zum Stellvertreter gegen Joachim Albrecht (CDU) mit 11:6 Stimmen durch.

Die Grünen hatten bei der Kommunalwahl im September die meisten Wählerstimmen auf sich gezogen, insgesamt 1,2 Prozent mehr als die nun im Bezirksrat mit gleicher Personalstärke vertretene SPD. Einer internen Absprache zufolge übernimmt der bisherige Bezirksbürgermeister Michael Sandow nach der halben Wahlperiode das Amt von Anne Bonfert. Die drei Fraktionen haben Martin Nebendahl (Grüne), Hülya Demir (SPD) und Dieter Prokisch (CDU) zu ihren Vorsitzenden gewählt. Alterspräsident des Gremiums ist der Ratsherr Jürgen Junghänel (Piraten), der dem Bezirksrat als Beisitzer angehört und die erste Sitzung eröffnete. Er gab den Politikern eine Weisheit mit auf den Weg: „Gesegnet sei der, der nichts zu sagen hat – und es auch tut.“

Conrad von Meding


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