Rosenmarie Wallbrecht (v. l.), Thomas Schwark und Stefan Becker (v l.) mit einem Modell des Beginenturms.
Mitte. Der trutzige Bau, errichtet 1357, ist eigentlich ein Stück steingewordenes Bürgerbewusstsein. Als Teil der Stadtbefestigung war der Beginenturm einst ein Bollwerk gegen den Landesherrn. Doch seit 2007 die Kneipe auszog, die zuletzt in seinen Mauern untergebracht war, ist er geschlossen. Die Pläne, nach denen das benachbarte Historische Museum dort eine Erlebniswelt Mittelalter einrichten soll, kommen nicht recht voran: „Die Stadt hat sich nicht sonderlich darum gekümmert“, moniert Rosenmarie Elisabeth Wallbrecht vom Freundeskreis des Museums.
Das soll sich jetzt ändern: Sparkasse und Niedersächsische Sparkassenstiftung haben zusammen 50 000 Euro gespendet, um den Ausbau des Turms voranzubringen. „Wir möchten helfen, das größte Exponat des Museums wieder zugänglich zu machen“, sagt Sparkassensprecher Stefan Becker. Derzeit ist der Turm teils entkernt. Da auch Treppen abgebaut wurden, lassen sich die oberen Stockwerke nicht erreichen. Doch nun soll er noch in diesem Jahr so weit hergerichtet werden, dass zumindest Erdgeschoss und erster Stock für kleine Besuchergruppen wieder zugänglich sind. Dazu soll unter anderem ein behindertengerechter Zugang geschaffen werden. „Wir möchten im Erdgeschoss eine kleine Ausstellung mit Videos und Projektionen zur Baugeschichte und Nutzung des Turms zeigen“, sagt Museumsdirektor Thomas Schwark.
In den vergangenen Jahren wurde der Turm baugeschichtlich untersucht. Zuletzt ließ die Stadt Mauer und Dach sichern. Ursprünglich sollte das Museum den Turm schon 2008 nutzen können. Inzwischen geht Schwark davon aus, dass die endgültige Fertigstellung eine Frage von „wenigen Jahren“ sei: „Die Arbeiten sind teuer und aufwendig.“ Die Gesamtkosten veranschlagt er mit 500 000 Euro – die noch nicht beisammen sind.
„Wir hoffen, dass unsere Spende andere Bürger und Einrichtungen zur Nachahmung animiert“, sagt Stefan Becker. Der Freundeskreis des Museums verkauft nun an Sponsoren des Innenausbaus symbolisch Treppenstufen: „Jede Stufe kostet 655 Euro – jeder Euro steht für ein Jahr seit Erbauung des Turms“, sagt Rosenmarie Elisabeth Wallbrecht. Unterstützer sollen mit einer kleinen Tafel im Turm namentlich genannt werden. Mehr Informationen für Sponsoren gibt es beim Freundeskreis des Museums unter (05 11) 16 84 30 52.
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