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Spanien

Tintenfisch Paul wird „Ehrenbürger“ in Carballiño

Weltmeister Spanien erweist dem Fußball-Orakel Paul eine große Ehre: Die kleine nordwestspanische Gemeinde Carballiño hat den weltberühmten Tintenfisch zum „Ehrenbürger“ ernannt.
Ehrenbürger in Carballiño: Tintenfisch Paul.

Ehrenbürger in Carballiño: Tintenfisch Paul.

© dpa

Große Auszeichnung für Orakel Paul: Die kleine nordwestspanische Gemeinde Carballiño hat den weltberühmten Tintenfisch zum „Ehrenbürger“ erklärt. Die Entscheidung des Stadtrates sei einstimmig gefallen, berichtete die örtliche Presse am Dienstag. Mit der Anerkennung wolle sich der Ort nahe Orense, der ausgerechnet von der Tintenfisch-Verarbeitung lebt, dafür bedanken, dass „Pulpo Paul“ den WM-Sieg Spaniens richtig vorhergesagt habe.

Ein führender ungarischer Verhaltensforscher warf dem Aquarium in Oberhausen derweil vor, die Krake manipuliert zu haben. „Die Krake ist ein kluges Tier, das in der Lage ist, Probleme zu lösen. Sie hat ein gutes Gedächtnis, doch hellsehen kann sie nicht“, sagte Vilmos Csanyi dem ungarischen Nachrichtenportal „origo“.

Ein Polyp sei fähig, eine Box zu öffnen, wenn er darin einen Leckerbissen vermutet. Aber, so Csanyis Vorwurf: „Hinter dem Tier stand wahrscheinlich ein Fußball-Experte, der die Lieblingsspeise der Krake in der Box verbergen ließ, die jener Mannschaft zugeordnet war, deren Sieg er erwartete.“

Bürgermeister Carlos Montes aus Galicien sieht das anders. Er will nach Oberhausen reisen, um dem Kraken eine Auszeichnung zu überreichen. Sie besteht aus einer durchsichtigen Urne, wie sie bei Pauls richtigen Vorhersagen benutzt wurde, aber mit dem Wappen Carballiños.

Montes möchte auch erreichen, dass das Aquarium in Oberhausen Paul für einige Tage an die galicische Ortschaft ausleiht, um ihn dort anlässlich eines großen Gastronomiefestes am 8. August auszustellen. Für adäquaten Transport und Unterbringung sei gesorgt. In Carballiño leben 14.000 Menschen.

„Die Deutschen brauchen keine Angst haben, wir wollen Paul nicht verspeisen“, sagte Manuel Pazos, der in Carballiño eine Fischfabrik betreibt. Der Geschäftsmann hatte diese Woche bereits 30.000 Euro geboten, um das Orakel zu kaufen und damit Touristen anzulocken. Nun legte er noch 5000 Euro drauf: „Für das Tor von Andrés Iniesta im Finale.“

In Galicien ist Tintenfisch („pulpo“) das Nationalgericht. Am bekanntesten ist der „pulpo á feira“, wie er auch am 8. August in Carballiño serviert werden wird: Gekochter Tintenfisch in Scheiben, gewürzt mit rotem Paprikapulver und grobem Salz. Serviert wird er mit einem kräftigen Schuss Olivenöl.

dpa


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